Papiertheater-Forum

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pappcartoon

Ich freue mich sehr, daß ich hierher gefunden habe. [Bild: a010.gif]

Ich habe im Moment zwei Probleme mit der Bühnentechnik und auf der Suche nach einer Lösung bin ich auf dieses Forum gestoßen.

Weil es aber sehr unhöflich ist, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, stelle ich mein Theater und mich selbst erst einmal vor und komme in den nächsten Tagen "zur Sache" (vorausgesetzt, ich krieg' das mit den Fotos geregelt, denn pictureupload geht mir gerade wahnsinnig auf die Nerven).

Auf meiner Homepage

http://www.pappcartoon.de

und in meinem Blog

http://pappcartoon.blogspot.de/

könnt Ihr Euch meine Bühne schon einmal ansehen.

Viele Grüße von
Betsi, der bunten Kuh & ihren Pappenheimern

[Bild: e015.gif]

pappcartoon

Ich hab' im Eifer des Gefechts total vergessen, mich "richtig" vorzustellen. Damit Ihr wisst, mit wem Ihr es zu tun habt, kommt jetzt meine persönliche

GESCHICHTE HINTER DEN GESCHICHTEN

Was am 29.10.07 als launige Blödelei in einem Internet-Forum begann, verließ die virtuelle Welt im Januar 2008 und das "gar garstige Kaschperltheater" nahm Gestalt an.

Das erste Theater war ein stabiler Karton, in dem mir eine Ladung Leitz-Ordner ins Büro geliefert worden war. Ich habe entsprechende Öffnungen hineingeschnitten und das ganze mit farbigem Papier überzogen.

Der Stab, mit dem die erste Kulisse im Theaterkarton befestigt wurde, war das Überbleibsel einer abgebrannten Silvesterrakete, das bei uns im Garten gelandet ist. Die Größe der Figuren orientierte sich zum einen an der Größe des Kartons und zum anderen an der Höhe eines DIN A4-Blattes.

Ich zeichne nach wie vor relativ kleine, einfach gehaltene Mannschkerl, die eingescannt und entsprechend vergrößert werden. Die meisten von ihnen werden nach dem Ausdrucken per Hand coloriert, während ich andere Figuren gleich im Computer farbig mache.

Von der ersten Skizze bis zur fertigen Figur dauert es mittlerweile nur noch eine gute Stunde (ein bißchen länger, wenn ich den Kleber gründlich durchtrocknen lasse).

Der Vorhang für das erste "echte" Theaterstück ging im Februar 2008 hoch, als ich zum vierzigsten Geburtstag einer Freundin in deren Eßzimmer aufgetreten bin. Es war ein Höhepunkt der Feier, weil niemand mit so einer Einlage gerechnet hatte und weil bis dahin auch noch niemand so etwas je gesehen hatte.

Ich habe aus meiner Freundin und ihrer Familie ebenfalls Kaschperlfiguren gebastelt, die im Stück "mitgespielt" haben und dabei habe ich ihre kleinen Schrullen natürlich ein bißchen auf die Schippe genommen.

Mein Ensemble wurde schnell größer und viele der ersten Figuren entsprangen noch den garstigen Stücken, die ich zuvor im Internet geschrieben hatte (und die man leider nicht eins zu eins auf eine Bühne bringen kann): die schwangere, grantige Gretel oder ihre Freundin, die lesbische Prinzessin mit den roten Stiefeln. Das Rotkäppchen mit den Strapsen. Ein Typ in kariertem Hemd, mit Wampe und Vokuhila. Mausi mit ihren Möpsen. Ein Bursche in schwarzem Leder, ein unrasierter Engel mit etwas kurzem Hemdchen… alles Figuren, mit denen man nicht unbedingt auf einem Kindergeburtstag auftreten sollte.

Aber zu dem Zeitpunkt habe ich noch gar nicht an so etwas gedacht. Ich habe die Figuren aus Spaß an der Freude gebastelt.

Im April 2008 habe ich dann allerdings für meine eigenen Kinder zum Geburtstag eines der Internet-Stücke aufgeführt; natürlich entsprechend bearbeitet. Das legendäre "Seppel-Casting" mit seiner Jury aus Kaschperl, Großmutter und (bravem) Rotkäppchen war ein großer Erfolg!

Kurz darauf habe ich mir beim örtlichen Heimwerkermarkt nach den Maßen des ursprünglichen Theaterkartons aus Sperrholz die Teile für eine zusammenklappbare, leichte Transportbühne zuschneiden lassen.

Irgendwann nach den ersten Aufführungen wurde mir klar, daß ich damit tatsächlich einen Weg gefunden hatte, ein paar Fliegen mit einer Klappe zu erwischen: ich konnte Figuren und Kulissen zeichnen und basteln, ich konnte ulkige Stücke schreiben, ich konnte mich hinter der Bühne austoben und ich konnte dafür Lampenfieber und Beifall einheimsen.

Bei jedem Stück habe ich die Bühnen- und Spieltechnik weiter entwickelt. Ich habe ein System erfunden, bei dem ich die Figuren auf der Bühne "parken" kann, wenn mehr als zwei Charaktere gleichzeitig spielen. Ich habe sogar eine Möglichkeit entwickelt, die Figuren verdeckt von der Seite auftreten zu lassen, anstatt sie wie früher von oben in den Theaterkarton zu heben.

Neuerdings bin ich sogar selbst verdeckt, weil ich eine Vorhang-Konstruktion gebaut habe, hinter der ich agieren kann, ohne vom Publikum gesehen zu werden. Vorteil für mich: ich kann wesentlich unbefangener spielen. Vorteil fürs Publikum: je unbefangener ich spiele, desto lustiger wird das Stück!

Doch noch immer orientieren sich die Maße von Kulissen und Figuren an der ersten Bühne, dem Pappkarton - und der Kaschperl, mit dem ich bis heute spiele, ist immer noch der allererste Ur-Kaschperl.

Dieser ist wiederum aus der ersten Skizze entstanden, die ich je gemacht habe, weil mir gleich der erste Entwurf gut gefallen hat.

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Ich habe auf diversen Festen der hiesigen Kindergärten und auf Kindergeburtstagen gespielt, exklusive Vorstellungen in den Klassenzimmern meiner Kinder und in der Gemeindebücherei gegeben und bin sogar im Kinderkrankenhaus aufgetreten, um die kleinen Patienten ein bißchen abzulenken.

Papier ist geduldig und darum kann ich buchstäblich alles spielen: klassische Märchen ebenso wie spezielle Wünsche - ganz egal, ob es sich dabei um einen Dinosaurier-Geburtstag oder ein Indianerfest handelt. Ich habe auch schon Star Wars auf die Bühne gebracht.

Ich weiß mittlerweile, daß meine Form des Papiertheaters nicht ganz so "klassisch" ist - aber dem Publikum gefällt's und ich hab' meine Freude daran. Das ist in meinen Augen die Hauptsache!

Mein Repertoire umfasst mittlerweile mehrl als 30 verschiedene (selbst verfasste) Stücke, das Ensemble besteht aus über 200 Figuren und ständig werden es mehr: ein Vorteil ihrer schnellen und einfachen Leichtbauweise.

Und weil ich nicht mehr ganz so garstig bin wie damals, heißt mein Theater mittlerweile nur noch pappcartoon.

Im Mai 2012 steigt mein bisher größtes Projekt: ein "historischer Bilderbogen" zum hundertjährigen Stadteiljubiläum.

Das wird wieder so ein Theater werden... Big Grin
Eine interessante Geschichte. Smile

die amelie

(24.04.2012 17:28)pappcartoon schrieb: [ -> ]Mein Ensemble wurde schnell größer und viele der ersten Figuren entsprangen noch den garstigen Stücken, die ich zuvor im Internet geschrieben hatte (und die man leider nicht eins zu eins auf eine Bühne bringen kann): die schwangere, grantige Gretel oder ihre Freundin, die lesbische Prinzessin mit den roten Stiefeln. Das Rotkäppchen mit den Strapsen. Ein Typ in kariertem Hemd, mit Wampe und Vokuhila. Mausi mit ihren Möpsen. Ein Bursche in schwarzem Leder, ein unrasierter Engel mit etwas kurzem Hemdchen… alles Figuren, mit denen man nicht unbedingt auf einem Kindergeburtstag auftreten sollte.

Aber zu dem Zeitpunkt habe ich noch gar nicht an so etwas gedacht. Ich habe die Figuren aus Spaß an der Freude gebastelt.

UND noch ein "seppel-casting"! na, wenn das nicht vielversprechend und vor allem nach viel spaß an der freud klingt, weiß ich auch nicht!!!!

ich bin begeistert!

schön, dass es dich hierherverschlagen hat!


willkommen, sagt die amelie
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