Papiertheater-Forum

Normale Version: Figurenführung - Von Oben oder von der Seite
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Dann wollen wir Mal eine neue Quatschecke für 2012 eröffnen.

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Anmerkung des Administrators:
Thema "Figurenführung von Oben" ist aus der Quatschecke 2012 herauskopiert.
Diskussion zum Thema bitte hier weiterdiskutieren

pappcartoon

Meine Rede.

Ich bin offenbar die einzige Theaterdirektorin hier, die ihre Darsteller von oben führt - dadurch habe ich ein paar Vor- und Nachteile. Aber ich habe kein Problem damit, die Tricks, die ich mir im Lauf der Jahre hab' einfallen lassen, hier einzustellen.

Meine Figuren "schweben" nicht von oben in die Bühne hinein, sondern treten - fürs Publikum unsichtbar - von der Seite auf die Bühne. Dafür war viel Tüftelei nötig, die im Endeffekt zu zwei absolut simplen Handgriffen geführt hat...

Aber das beschreibe im in einem Extra-Thread, damit es die Herrschaften finden, die von oben spielen.

Und gestern Abend hatte ich den langersehnten Durchbruch, was die Kulissen und Jahreszahlen beim "Hundertjährigen" angeht - da werdet Ihr Augen machen!

Ich werde gleich mit dem Tüfteln anfangen, sobald ich die Bande aus dem Haus gejagt habe und vom Einkaufen zurück bin.

Das wird wieder so ein Tag, an dem ich den Haushalt sträflich vernachlässigen werde...

Big Grin
(23.04.2012 06:55)pappcartoon schrieb: [ -> ]Ich bin offenbar die einzige Theaterdirektorin hier, die ihre Darsteller von oben führt - dadurch habe ich ein paar Vor- und Nachteile. Aber ich habe kein Problem damit, die Tricks, die ich mir im Lauf der Jahre hab' einfallen lassen, hier einzustellen.

Ich finde Deine Figurenführung ungewohnt, aber trotzdem interessant.
Ich bin offenbar die einzige Theaterdirektorin hier, die ihre Darsteller von oben führt - dadurch habe ich ein paar Vor- und Nachteile. Aber ich habe kein Problem damit, die Tricks, die ich mir im Lauf der Jahre hab' einfallen lassen, hier einzustellen.

Nein das passiert öfter, die Familie Journalen hatte in 1925 2 wunderschöne kleine Theater wo die Figuren von oben geführt wurden:
http://www.lulu.com/shop/h-oudekerk/illu...29946.html

Joe Gladwin hat einmal in Preetz "Dick Whittington" gespielt mit ziemlich grossen Figuren die von oben bediend wurden.
Hinzu hat es für manche Papiertheater auch kleine 3-dimensionale/plastische Püppchen gegeben die ebenfals von oben manipuliert wurden.

Harry
Liebe bunte Betsi!
Seit neuestem führe auch ich von oben. Beim Bauchladenbühnchen geht beides: von der Seite und von oben!
Deine Zeichnungen begeistern meine Frau und mich gleichermaßen. Wir gratulieren!!!!Smile
Im übrigen bin ich Dir für Deine "Foruminitiative" dankbar und würde vorschlagen: Die Betsi, die Amelie, die Brigitte L, der Robert, der Ulrich, der Klaus und der Harry entern das Forum für sich und zeigen all den "Stummen" einmal was n' Harke ist, oder wie man bei uns sagt "wo der Bartl den Most holt!":D
Dein Ulrich
Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.
Max Reinhard
Hallo,
hier ein paar Anmerkungen zu den verschiedenen Arten der Figurenführung. Jede Art hat ihre Vorzüge und Nachteile. Ich habe von oben gespielt, von der Seite und von unten (ja, das gibts auch - Theater mit Unterführung. Dabei ist der Bühnenboden ca 20 cm unterhalb der Unterkante des Bühnenausschnitts, die Figuren können freibewegt werden, durchTüren hindurch gehen etc. Der Spieler hockt mit dem Rücken zum Publikum auf einem niedrigen Hocker).
Die meisten Vorteile hat für mich das Spiel von der Seite und in Rillen. Oben ist Platz für die Beleuchtung und einen Schnürboden. Unten Rillen für die Figuren und Kulissen.
Wir haben hier in Hanau 10 cm breite und 4 cm hohe Holzleisten, in die längs 12 Rillen von je 2 cm Tiefe eingesägt sind. Die Figuren können sich natürlich dabei nur nach rechts und links (unten und oben - bei einer Versenkung) bewegen, aber Zuschauer nimmt eh nur die Horizontal- bzw. Vertikalbewegung wahr. Trotzdem lassen sich auf unserem Bühnenboden auch die Drehfigurenhalter benutzen.
Es gibt ein sehr gutes Buch - allerdings in dänisch - "Vi spiller Dukketeater" im Politikens Forlag erschienen, da wird auf ca. 130 Seiten alles über das Papiertheater (Modelteater) geschrieben. Geschichte, Bau, Bühnenbildherstellung, Figurenführung, Beleuchtung, Tricks usw. mit vielen Zeichnungen und Maßangaben berichtet. Ab und zu wird das Buch bei ZVAB angeboten. Auch für jemand, der kein dänisch spricht, ist das Buch ein sehr guter Ratgeber (Ein Wörterbuch reicht - so habe ich auch angefangen).
Eure Fragen beantworte ich gerne.
Liebe Grüße Helmut
Lieber Helmut, vielen Dank für Deine sehr informativen Ausführungen. Gibt es vielleicht ein Foto von Eurem Hanauer Bühnenboden? Das hört sich vom Prinzip her so ähnlich an wie Ulrichs Bühne: [Bild: buehne.jpg]
Woran und wie werden die Figuren dann befestigt, um sie bewegen zu können?
Von dem dänischen Buch gibt es nicht zufällig schon erste, zaghafte Übersetzungsversuche? Hat da überhaupt schon mal jemand versucht, eine deutsche Übersetzung in Angriff zu nehmen? So ein Buch wäre halt genau das, was hierzulande für die Papiertheatereinsteiger eine echte Hilfe wäre. Liebe Grüße Benno
Lieber Benno!
Ich mische genauso wie der Helmut Wurz: Schiene und drehbare Figurenführer. Zum (schon sehr sehr alten) Foto möchte ich bemerken, dass meine jetzige Bühne eine Weiterentwicklung dieses Systems ist: 48 Schienen, davon 1 Versenkung, ein wirklicher echter Schnürboden, viele Farben-LED Steulichter und etwa 10 LED Spots. Das ganz ist auf eine Transportfläche von ca. 20 cm x 90 cm zusammenfaltbar. Nachdem die gesamte Elektrik eingebaut ist, muß ich bloß den Trafo anstecken und bin in ca. 50 Minuten spielbereit, ebenso abfahrbereit.
Deine Frage nach den Figurenführern: es sind Schweißdrähte, auf welchen eine Klammer aus Messingblech gelötet ist, in welche die Figuren geklemmt werden.
Liebe Grüße von Wien nach Bayern
Dein Ulrich

pappcartoon

Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich so was sehe. Meine Figuren (von oben) können sich besser bewegen, weil sie nicht auf Schienen laufen. Gerade bei den etwas "statischen" Papierfiguren mit ihrem festgelegten Ausdruck ist das recht praktisch, wenn sie auch mal hopsen oder sich verbeugen können.

Sie betreten die Bühne ebenfalls von der Seite durch eine "Tür" (ich habe in die Oberkante vom Rahmen meines Theaters einen schmalen Schlitz reingesägt).

Dadurch müssen nicht von oben in die Szene reingehoben werden. Und weil sie zwei (spiegelverkehrte) Seiten haben, können sie auf dem Absatz kehrt machen und die Bühne auf diesem Weg auch wieder elegant verlassen.

A propos "spiegelverkehrt": gerade bin ich mit den letzten Figuren fertig geworden und jetzt steht das Ensemble für die beiden großen Shows in zwei Wochen.

Selbst beim sorgfältigsten Ausschneiden und Montieren bleibt hier und da ein weißer Rand übrig, der nicht schön ausschaut. Also muß Muttern mit dem dicken, schwarzen Filzstift ran und jede Vor- und Rückseite einzeln nachfahren.

Und da es dieses Mal ja doch ein paar Figuren sind, die auftreten werden... mein Wohnzimmerteppich sieht jedenfalls gerade so aus:

[attachment=205]

... und meine Hände sind schwarz, pfui deibel! Ich geh' sie mal schrubben.
I am deeply impressed. Gleich habe ich diese Stilleben kopiert und werde es groß aussdrucken und bei mir aufhängen. Einfach toll.
Ich hab einmal für einen befreundeten Puppenspieler Köpfe entworfen und auch auf den Boden gelegt: siehe Anlage.
Ich drücke alle zur Verfügung stehenden Daumen für die Premiere!
ulrichderkulissenschieber
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