Papiertheater-Forum

Normale Version: Legendäre Papiertheateraufführungen oder Aufführungspraxis allgemein
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Bei einem anderen Thema wurde es schon angesprochen "Die legendären Papiertheateraufführungen", daher und weil es sicher noch andere gibt, die das interessiert, dieses neue Thema.
Vielleicht könnte Martin die betreffenden Passagen aus dem anderen Thema hierher vorschieben.
Ich selbst hatte vor 2 Jahren mit meiner "Reise um die Erde" von J.Verne eine Aufführung von 110 Min. und 70 Figuren im Einsatz. Diese Aufführung war aber eine einmalige Sache, die nicht wiederholt wird.
(24.05.2012 13:07)Robert J schrieb: [ -> ]Diese Aufführung war aber eine einmalige Sache, die nicht wiederholt wird.

Schade eigentlich. Gibt es einen bestimmten Grund für Deine rigorose Entscheidung?
Ja, gibt es. Zum einen benötige ich für die Aufführung meine Mitspielerin sowie einen weiteren Assistenten hinter der Bühne der sich um den zügigen Austausch der Figuren sowie der Kulissen kümmert und zum zweiten war es nur für diese eine Vorstellung exklusiv geplant gewesen. Da wir alles live sprechen, ist es auch eine ziemliche Belastung der Stimme, zumal du in den einzelnen Akten zwischen verschiedenen Personen hin und her springst. Nach 110 min weißt du was du geleistet hast.

pappcartoon

Ich weiß, was Du meinst, Robert...

Meine "legendärste" Aufführung war ja erst letztes Wochenende und ich habe schnell noch mal durchgezählt: ich hatte tatsächlich sechzig verschiedene Figuren auf der Bühne und auch, wenn einige von ihnen nur einen einzigen Satz zu sagen hatten, musste ich sie doch alle selbst sprechen.

Das Stück selbst war mit einer Dreiviertelstunde auch (für meine Verhältnisse) sehr lang.

Aber ich werde es noch ein paar Mal aufführen, denn das hundertjährige Jubiläum des Stadtviertels geht noch bis zum Ende des Jahres 2012 und erste Anfragen sind bereits eingetroffen...
Ich nehme mal etwas aus einem anderen Thema hierher, da ich finde es passt hier besser.
(04.06.2012 19:29)Horst K. schrieb: [ -> ]Aber vorerst laufen die Proben für "Zar und Zimmermann", in voller Länge - tut mir leid für alle, die's nicht mögen.
Gruß Horst K.

Um es mal eindeutig zu sagen, es gibt und gab keine Beschränkung für die Länge einer Aufführung. Mein großes Vorbild, Innocenz Tallavania, der selbst nicht nur Autor von Stücken für das Papiertheater war, sondern auch Spieler, benötigte bei seinen Aufführungen nachweislich teilweise ebenfalls bis zu 135min. Dies kann man in seinen Aufführungslisten, die er geführt hat, sehr gut nachlesen.

Die 45 min sind nach meiner Meinung gerechtfertigt, wenn die Aufführung im Ramen eines Festivals stattfindet oder vor Kindern gespielt wird. Da ist es zum einen auch verständlich, da dort mehrere Aufführungen hintereinander gegeben werden und das Publikum sonst überfordert würde bzw zum anderen die Aufmerksamkeit eines Kindes maximal 45 min beträgt.

Bei einer Privaten Aufführung oder wie auch sonst immer, liegt es im Ermessen desjenigen der die Aufführung gibt, wie lang sein Stück ist.
Ich kann mich bei einer Aufführung schon nach 5 min langweilen und bei einer anderen auch 135 min durchhalten, ohne das mich dies Stören würde.
Es kommt darauf an, was und wie gespielt wird und nicht darauf, wie wenig Zeit ich benötige um das Stück aufzuführen.

Wer sich heute auf eine Papiertheateraufführungen einlässt möchte etwas erleben, was es so in den heutigen Theatern nicht mehr gibt. Dieser Zuschauer möchte von uns verzaubert werden und aus dem schnelllebeigem Altag, für diese Aufführung, in einen Moment abgeholt werden, der ihn einfach nur erfreut.

Also, hört bitte auf mit dieser Dogmatisirung von max 45 min. Jeder entscheidet sich selbst dafür, ob sein Stück nun 25min oder 200min lang sein soll.
Und noch eins zum Schluss; Das Papiertheater war und ist ein Spielzeug. Einst für Erwachsene geschaffen um sich daran zu erfreuen, später für die Erziehung der Kinder genutzt um sie mit den Klassikern vertraut zu machen und heute für Erwachsene und Kinder. Da sind alle Theorien zum Papiertheater hergeholter blödsinn und entbehren jeglicher Grundlage. Angry
(05.06.2012 17:53)Horst K. schrieb: [ -> ]Ich habe mir am Wochenende eine Menge Internet-Beiträge (nicht Forum!) meist älteren Datums über Papiertheater, Preetz, Vereinszeitschrift Hanau und und und angesehen; das hat Zweifel geweckt und mich deprimiert. Nun muss ich Euch für Euren letzten Beiträge vielmals danken! Das hat wieder Mut gemacht!

Genau da, finde ich,ist der Grund zu suchen, warum es für viele eine Hemmschwelle gibt.
Preetz ist ein Festival, welches in den vielen Jahren seines Bestehens einen Ruf erworben hat. Dort kommen Spieler aus Europa und den USA hin, die zum Teil in Papierthaeterkreisen sehr bekannt sind. Natürlich vergleicht man sich und seine Aufführungen mit diesen Spielern. Das ist auch ganz natürlich. Die Gefahr besteht nur darin, dass man sich selbst und die eigene Aufführung dabei infrage stellt. Für Anfänger meist ein großes Problem welches sie dann resignieren lassen kann.

Horst, Du sprichst die alten Beiträge zum Papiertheater an, die es vielerorts gibt. Sie sind interessant und haben auch ihre Berechtigung, sind aber in vielen überholt. Viele der Beiträge stammen noch aus den Anfangsjahren und geben den damaligen Erkenntnissstand wieder. Diese kann man als Grundlage betrachten aber und als solche sind sie sicher auch nie gedacht gewesen, sie sind nicht als allgemein verbindlich zu betrachten.

Du kommst vom großen Theater und ich weiß, dort wird gern mit irgendwelchen Theorien gearbeitet und damit werden die Studenten an den Theaterschulen dann ebenso vollgestopft. Die einzige Theorie beim Papiertheater ist die, es gibt hier keine Theorien. Jeder inszeniert so wie er es für richtig erachtet. Damit ist jede Inszenierung etwas besonderes und einzigartiges.
Lieber Horst so schlimm ist es einfach nicht. Zwar gibt es Leute die glauben Papiertheater soll unbedingt dies und das sein, aber wie man in Preetz und auch bei uns sieht,es gibt auch eine menge von denen die glauben Papiertheater ist eine lebendige Art von Puppenspiel und soll sich deswegen entwickeln.
Un wie immer und überall haben die es manchmal etwas schwieriger.
Aber am Ende macht jeder das was er(oder sie) für sich glaubt das richtig ist und (nicht vergessen) Spass macht.

Harry

die amelie

m.E. entscheidet ohnehin immer noch zuallererst das publikum, was "gut" und "ok" ist und was nicht. und wie man weiß, gibt es für alles "DAS" publikum und umgekehrt.

und lehrbücher gibt es genau so viele zum selben thema, wie es leute gibt, die sich die mühe machen (oder es für sich als wichtig erachten), welche zu verfassen. sie bilden - bis auf ein paar materialbedingte rahmenbedingungen, die für alle verbindlich sind - aber auch nur "meinungen" ab. mal mehr, mal weniger untermauert mit recherchierter entwicklungsgeschichte. und dann gibt es so viele verschiedene meinungen, wie es lehrbücher gibt. von den meinungen, die nicht in lehrbüchern existieren, rede ich erst gar nicht. nur, weil die nicht auf papier "verewigt" und in buchdeckeln "gewichtet" sind, sind sie deshalb nicht "fälscher".

und ab einem gewissen punkt und einem gewissen zeitpunkt in der geschichte der kunst - ich zähle papiertheater auch zu einer künstlerischen ausdrucksform, die wie alle anderen mit der zeit gehen soll, kann, darf, aber nicht zwingend muss - gibt es eben nicht mehr nur "die EINE lehre". sonst wäre ja die kunst schon zu der zeit, als sie schriftlich abgehandelt werden und auf papier verbreitet werden konnte, steckengeblieben in jeglicher entwicklung.

warum sollte das für papiertheater nicht gelten?


lieber gruß,

die amelie
(noch weit von legendären aufführungen entfernt CoolRolleyes )
So Horst hier der Treppenaufgang

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Hier die Küche vom Nussknacker mit Treppe im Hintergrund. der Küchenjunge "geht hoch".

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