Hallo und "Hilfe!",
für ein in Planung befindliches Stück suche ich nach einer Lösung für einen schnellen Wechsel der Hintergrundkulisse: Eine schön anzusehende Altstadt-Häuserfront (4-5 Fachwerkhäuser) fängt Feuer, fackelt nieder und liegt dann als Scherbenhaufen auf dem Boden; lediglich Reste des verkohlten Gebälks lassen den Himmel dahinter erkennen. Das Ganze muß in wenigen Sekunden und möglichst schadlos "über die Bühne gehen".
Viele Lösungsansätze habe ich durchdacht - und verworfen. Nun schlägt mir jemand vor, mit einer mehrlagigen Ziehtechnik die Szene in drei bis vier Bildern darzustellen. Das hört sich gut an, aber ich weiß nicht und finde keine Informationen, wie man so etwas fertigt.
Kann mir jemand mit einem Bastelhinweis für mehrlagige Ziehtechnik (Mehrfachwandelbilder) helfen?
Klaus
Klaus, ziemlich einfach bis auf 2 fasen. Dann wird es für das Mensliche Gehirn fast zu kompliziert.
Wir haben es damals in Faust und dem Nussknacker gemacht. Ist aber so verdammt schwer zu erklären. Nimm dich ein Stück Papier und zeichne ein Paar Koulissen. Sagen wir die Beine sind etwa 10 cm breit und die Öffnung dazwischen 20cm. Total also 40 cm breit. Das rechte Bein ist rot. Das Linke blau. Schneide das aus. Jetzt machen wir ein zweites Paar. Genau wie das erste, aber die Öffnung soll 10cm breiter sein: 30 cm. Total also 50 cm. Das rechte Bein ist blau, das Linke Rot. Ausschneiden und beide Paare über einander legen. Das Grösste oben. Wenn jetzt die 2 rechts angelegt sind sehen wir 2 blaue Koulissen. Ziehen wir aber das obere paar weiter nach rechts so das sie links angelegt sind, dann sehen wir mit einem kurzem Zug 2 rote Koullissen.
Das soll einfach sein, im Nussknacker hatten wir diese Kombination ausgebreitet mit einem dritten Fasen. Dass ist aber weithin zu kompliziert zu erklären. Da sollst du selber weiter experimentieren.
Harry
die alten "ziehbilder" oder auch "beweglichen bilder für artige kinder" waren anno dazumal der absolute renner. heute sind es in erster linie pop-ub-bilder. und dazu findet man auch jede menge literatur und anleitung im internet unter "movable pictures" oder eben pop-up-books.
zu den alten zieh-mechanismen oder lamellen-schablonen, die wandelbilder erzeugen, habe auch ich nichts gefunden im internet.
in ein, zwei büchern gibt es anleitungen, die die grundlegenden mechaniken verdeutlichen. da, wo es aber kniffliger wird, muss man viel selbst herumprobieren. es gibt da aber die abenteuerlichsten dinge - auch papier-mechanismen, die durch drehen oder ziehen mit führungen auf bogenförmigen führungen im papier bewegung durch hebelwirkung erzeugen.
sehr schlichte klapp-, zieh und pop-up-mechanismen werden in dem buch
"Kreatives Basteln mit Papier"
Clive Stevens
Könemann Verlag
in einem winzigen Kapitel erklärt. dort habe ich die bis jetzt einzige anleitung zur anfertigung von "sich ineinander auflösenden bildern" gefunden.
ich selbst habe grade aktuell das buch
"Making Mechanical Cards"
Sheila Sturrock
# ISBN-10: 9781861086358
# ISBN-13: 978-1861086358
entdeckt. ist zwar auf englisch, aber was ich bis dato gesehen habe, geht es dort eher um die alten techniken, nicht in erster linie um pop-up wie in all den aktuellen veröffentlichungen zum thema papiermechanik. laut info hat die autorin diese techniken noch von ihrem vater in der zeit des 2. weltkrieges beigebracht bekommen. und das klingt mir nach dem, was hier gesucht ist. (ich kann ja dann mal berichten, wenn ich das buch habe. noch steht es nur auf meiner "warteliste" für die nächste bestellung).
bei bedarf kann ich gerne aus dem anderen buch die paar seiten einscannen und per e-mail zur verfügung stellen!
lieber gruß,
die amelie
Beim dänischen Papiertheaterverein gibt es einen Spezialeffekt für "Es war ein mal" in Form einer brennenden Hütte, welche aus mehrlagigen Kulissenteile besteht.
Hier der Link:
danskdukketeaterforening. Erklärung ist zwar auf dänisch, aber vielleicht kann es vom Prinzip her etwas helfen.
Uih, gleich drei Antworten innerhalb weniger Stunden! Forum macht Spaß, ich bin begeistert! Danke den Antwortenden für ihre Hilfeversuche.
Harry, theoretisch hab ich nicht ganz verstanden, aber ich werde Deinem Vorschlag folgen. Mal schaun, ob ich das Gesuche finde.
Amelie, das praktische Hilfsangebot klingt nett. Ich werde Dir einen Grobentwurf zu kommen lassen, dann können wir uns nochmal austauschen.
Die Darstellung der ausgebrannten Hütte aus Deinem Vorschlag, Martin, ist mir bekannt, hilft mir aber nicht wirklich: ich wüßte nicht, wie ich die Klapptechnik in wenigen Sekunden, also rasend schnell in voller Bühnenbreite bei 12 mm Gassentiefe, umsetzen könnte. Da wäre eher noch die Klapptechnik des brennenden Schlosses denkbar, paßt ab er auch nicht, weil zum Schluß sich auch noch Menschen direkt auf der Straße vor den in der Feuersbrunst zerstörten Häusern versammeln.
Vielleicht folgen ja noch mehr Anregungen, bei denen es dann bei mir klicken könnte....
Lieber Klaus!
Ich stelle mir das so vor.
1. Du hast eine Hauskulisse mit Ruine und Himmel im Dachgebälk
2. Links und recht dieser Kulisse sind zwei kleine Schienen mit zwei Führungen
3. In der ersten Führung ist das Bild des brennenden Hauses
4. in der zweiten (vordersten) Schiene ist das Bild des intakten Hauses.
5. am intakten Haus und am und brennenden Haus sind dünne Nylonschnüre befestigt, die über den Schnürboden zum Spieler führen
6. Im very moment gib Gas bei der Nebeblmaschine und ziehe die Kulisse mit intaktem Haus schnell in den Schnürboden
7.Danach die Kulisse brennendes Haus hinauf, zurück bleibt die Ruine sichtbar.
Ich glaube, das kann man alles mit einer Hand machen und im vorgegebenen Zeitrahmen und benötigt keinerlei Bühnenboden, wo die sich die "neugierigen" Zuschauer ansammeln.
wenn Du willst zeichne ich Dir eine Skizze und sende Dir diese.
Ich find's übrigens fein, dass wenigsten 2 -3 Mitglieder und die tüchtige Amelie sich des Forums annehmen.
Liebe Grüße aus Wien
von Deinem Ulrichkulissenschieber
lach, lieber ulrich, lieber klaus,
ob ich "tüchtig" bin, weiß ich nicht so genau. (tüchtig im großmäulig ideen andenken - das schon!)
ich dachte auch an führungen und ziehen oder schieben einzelner bildteile. würde deinen vorschlag also noch um eine ebene ergänzen - nämlich die lodernden flammen, die sich langsam (herabgelassen) das haus herabfressen. auch teilweise einschübe durch schlitze oder absenkungen von partien im hauptbild die dann "verwandlungen" (vom intakten zum ausgebrannten) andeuten, halte ich für möglich.
wenn man die älteren papier-zieh-bilderbücher kennt (aber auch neuere), staunt man, was da alles möglich ist. da wird gedreht, geklappt, gewandelt, gezogen und geschoben, was das zeug hält. das ist dann papiermechanik vom feinsten. auf jeden fall viel tüftelei und rumprobieren. (denn die mechanik selbst ist ja im buch so verborgen, dass man es schon zerlegen müsste, um dahinterzublicken)...
liebe grüße,
die amelie
Liebe Leute,
wenn ich das mit den Ziehbildern richtig verstanden habe, dann haben wir - Römers Privattheater - das schon zweimal eingesetzt. Mir haben dabei die Produkte von
http://www.baerenpresse.de geholfen. Der Verlag bietet so gennannte lebende Karten an ( die nennen das "Lamellentechnik"). Ich hab mir einige bestellt, um die Technik zu studieren. Es hat mir sehr geholfen. Der Verlag bietet viele interessante bewegliche Sachen an. Lohnt sich meiner Meinung nach, einmal reinzuschauen.
Viele Grüße
Horst
Ja, die Baerenpresse mit der Lamellentechnik habe ich auch studiert. Die ist für "2 Bilder" gut geeignet. Aber für mich war es sehr schwer nachzubauen. Ich denke, man kann ein Bühnenbild auch in Dreiecke aufteilen und diese dann zentral steuern. Aber das ist schon sehr aufwendig. Beide techniken erlauben aber auch keine Durchblicke!
Ich freue mich, dass die Frage von Klaus, doch ein paar Menschen in diesem Diskussionsforum aktiv werden läßt. Danke dafür

und
Liebe Grüße aus Wien
Ulrich
Die Lamellen technik haben wir damals benützt in dem Nussknacker als der Weihnachtsbaum sich änderte in einem "Schneewald" und beim Freischütz als das Zeltlager sich änderte in ein Flammende Hölle für Caspar.
Problem ist dabei das die Technik ein ziemlich grossen Rand rundum das Bild braucht so das entweder das ganze sehr gross wird oder das wirkliche Bild wird eigentlich zu klein.
Es gibt indertat papiertechnik Bücher, aber wir kauften damals bei Dirk ein kleines Büchlein mit 4 Lamellenbilder und haben das aus einander genommen, die dann eingescant und vergrössert. Das hat uns als "template" gedient.
Harry
[attachment=31]Klaus vielleicht hilft diese Zeichnung
Harry
Sorry Martin, ich weis nicht genau was hier passiert ist.
Harry