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Warum ausgerechnet Papiertheater? - pappcartoon - 25.04.2012 20:36 In meinem Fall war es so, daß die ersten Stücke und Szenen bereits eine ganze Weile vor dem Theater entstanden. Mit ein paar Bekannten aus dem Internet habe ich in einer Community ein virtuelles Vorstadt-Theater aufgezogen - mit schlampiger Garderobiere, grantigem Hausmeister, unterbelichtetem Beleuchter... und zunächst mit den üblichen Protagonisten des klassischen Kaschperltheaters. Weil dieses Theater interaktiv war, kamen die schrägsten Ideen für meine Szenen quasi aus dem Publikum. Einmal habe ich die Kaschperlfiguren ins "Dschungelcamp" geschickt, aber weil das Theater pleite war, habe ich sie im Hinterhof zwischen ein paar Yucca-Palmen kampieren lassen. Die Großmutter wollte eigentlich nur den Müll rausbringen und hat sich im Dschungel verlaufen, der Metzgermeister wollte dem Rotkäppchen an die Wäsche, das Krokodil hat die Anzahl der Camper jede Nacht ein bißchen reduziert und die gute Fee hat bei der Dschungelprüfung geschummelt... alles virtuell, wie gesagt. Keine Figuren, keine Bühne, kein Theater - nur die (reichlich boshaften) Texte, die ich immer im Drehbuch-Stil geschrieben habe. Kaschperl (mault) Laaangweilig! Großmutter (streng) Pssscht! Jetzt wird's doch erst interessant. Äh... wo war ich? Ach ja - mittlerweile im Januar 2008. Ich habe mich im Büro gelangweilt und darüber nachgedacht, wie lustig es wäre, wenn es den Kaschperl & Co. "in echt" geben würde. Die Frage war nur, WIE ich ihn auf die Bühne bringen sollte. Von Anfang an war mir klar, daß ich die Figuren selber gestalten, bauen und spielen würde. Darum sind die komplizierten Marionetten schon in der ersten Runde ausgeschieden. Also schön: Handpuppen. Dafür hätte ich die Köpfe und Hände modellieren müssen (das hätte ich noch hinbekommen) und den Figuren Kostüme etc. nähen müssen. Das war das "Aus" für diese Theaterform. Ich habe ein bißchen im Internet recherchiert und bin dabei auf ein Bild gestroßen. Auf dieses hier: ![]() Das war die Initialzündung, denn mit Papier konnte ich immer schon gut umgehen. Was lag also näher, als ein Papiertheater zu bauen? Anno 2008 habe ich nicht viel mehr an Informationen zu dem Thema gefunden (ich habe auch nicht weiter gesucht, um ehrlich zu sein), aber das, was ich gesehen hatte, hat fürs erste ausgereicht, um mich in kreativen Schöpfungswahn verfallen zu lassen. Ich habe erwähnt, daß es zu der Zeit im Büro sehr ruhig war, ja? Auf der Kritzelkratzel-Schreibtischunterlage habe ich also einen Kaschperl entworfen: strubbelige Haare unter der Mütze, große Nase, leicht dümmlicher Gesichtsausdruck, kunterbuntes Gewand, gebogene Schuhe… und weil mir der erste Entwurf auf Anhieb gut gefallen hat, habe ich ihn sauber durchgezeichnet und eingescannt. Dann habe ich den Kaschperl entsprechend vergrößert (er sollte auf eine DIN A4-Seite und gut in meinen Theaterkarton passen) und ausgedruckt. Dieser erste Ur-Kaschperl ist nach wie vor die „Mutter“ meiner anderen Figuren. Im Prinzip zeichne ich immer das gleiche Mannschkerl, verändere aber jedes Mal den Ausdruck und die Attribute. Meine ersten Kulissen hingen am Stab einer abgebrannten Silvesterrakete – und sie waren reine, schwarzweiße Liniengrafiken. Das erschien mir in Anbetracht meiner kunterbunten Figuren angenehmer fürs Auge. So fing alles an… mit Kritzeleien auf der Schreibtischunterlage. [attachment=130] Und noch immer spiele ich mit dem aller-allerersten Kaschperl.
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