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Einbeziehung des Publikums - Ulrich Chmel - 27.05.2013 13:59 Seit vielen Jahren praktiziere ich es, das Publikum bei den "Papiertheater-Opern" zum Mitsingen aufzufordern, Stichwort: "Nie sollst Du mich befragen". Das wird von den Zuschauern immer mit großer Begeisterung angenommen und oft habe ich schon richtige Opernchöre vor meinem Bühnchen gehabt. Seit einiger Zeit sammle ich Erfahrungen mit der Einbeziehung von Kindern. Schon lange "helfen" die Kinder z.B. beim Gestiefelten Kater, dem alten Haushofmeister, den Namen des Grafen von Carabas beizubringen und auch wird dem Zauberer immer wieder geholfen, wenn der z.B. seinen Zauberspruch vergisst und droht "Löwe zu bleiben". Das geht ausgezeichnet und die Kinder werden aus der Passivität des reinen Zusehens herausgeholt. In der jüngsten Zeit ersuche ich die Kinder "um ihre Mithilfe" und gebe ihnen das Lochkartenspielwerk in die Hand, damit sie das Vorspiel und die Zwischenaktmusiken "kurbeln" können. Dies tun die Kinder mit der größten Begeisterung und ich muss mir immer neue Strategien bei der Auswahl der "Kurbler" ausdenken, weil das ja eigentlich alle wollen. Gestern hatte ich eine Premiere: Ein Bub wollte von sich aus vor der Bühne mit der Blockflöte spielen. Ich habe ihn darauf hin als meinen Bühnenmusiker vorgestellt und gebeten er möge sein Lied einmal spielen. Nachdem es ein sehr bekanntes Kinderlied war, habe ich die Kinder gleich gebeten, mitzusingen. Was auch ausgezeichnet funktionierte. Wir haben dann ein kleines Glockenzeichen vereinbart, um den Beginn der "Bühnenmusik" zu signalisieren. Die Kinder waren mit großer Freude bei der Sache und wir hatten ein fulminantes Bühnenmusikensemble. Ich schreibe das hier, weil manchmal das Papierheater als "der Fernseher des Biedermeiers" dargestellt wird. Das ist in meinen Augen falsch, denn "das Pantoffelkino" ist der Ursprung der Passivität schlechthin und das war das Papiertheater vor 150 Jahren sicher nicht und soll es auch heute nicht sein. Euer Ulrichderkulissenschieber der es noch immer nicht aufgegeben hat, in dieser "toten Hose" Beiträge zu schreiben RE: Einbeziehung des Publikums - Harry Oudekerk - 27.05.2013 18:22 Hm, soll man antworten? Man soll Papiertheater machen wie man es liebt und wie es am besten geht. Passivität? Ins grosse Theater singt man doch auch (meistens) nicht mit. Passivität2? Papiertheater ist kaum passive, die Zuschauer investieren ja immer sehr viel bei einem Vorstellung. Aber wie gesagt, man muss machen was und wie man das am besten kann. Toten Hose? Warum, wenn man nichts zu erzählen hat, schweigt man doch am besten. RE: Einbeziehung des Publikums - Robert Jährig - 29.05.2013 16:45 Ich beziehe das Publikum bei bestimmten Stücken mit ein. Dies wird vom selbigen auch gern angenommen. Daher kann ich nur Positiv davon berichten. Einbeziehung des Publikums - pappcartoon - 04.06.2013 21:31 Sehr interessant, das hatte ich erst neulich. Ich habe vor ein paar Wochen den "Kalif Storch" (meine Version) gespielt und im Publikum war eine meiner Freundinnen mir ihrer kleinen Tochter. Sie hat mir hinterher den Tipp gegeben, gerade bei Kinder-Stücken die Kinder unbedingt "mitmachen" zu lassen. Diesen Rat habe ich beim "Flohmarkt"-Stück befolgt: immer wieder ist der Räuber gekommen und wollte irgendwas klauen (den Zauberspiegel, die Flohmarkt-Kasse, etc.). Die Kinder sollten den Herrn Wachtmeister rufen, sobald der Räuber wieder angeschlichen ist. Die Auftritte des Räubers habe ich zusätzlich mit einer von Harrys Soundboxen mit einem dramatischen "Jingle" untermalt - und bevor der Räuber seinen Text sagen konnte ("Ich glaub', ich klau' jetzt mal den Kuchen vom Buffet..."), waren schon alle Kinder begeistert am Brüllen: "POOOOLIZEI! POOOLIZEI!" Da war ordentlich Stimmung in der Bude und dieser kleine, einfache Kunstgriff wird jetzt öfter zum Einsatz kommen. ![]() (27.05.2013 18:22)Harry Oudekerk schrieb: ... Toten Hose? Warum, wenn man nichts zu erzählen hat, schweigt man doch am besten. In meinem Fall ist es so, daß ich meine bisherige Entwicklung und etliche Aufführungen schon im Detail beschrieben und illustriert habe - da kommt gerade nicht viel Neues. Und wenn, dann schreib' ich das hier. (Ich bin ein altes Tratschweib.) RE: Einbeziehung des Publikums - Brigitte L. - 05.06.2013 20:54 Lieber Ulrich, in Harderwijk habe ich es vor kurzem erlebt, wie die Papiertheaterspielerin die Kinder mit einbezogen hat. Sie stellten das Orchester dar. Zu Beginn wurden kleine Instrumente an alle, auch an die Erwachsenen, wenn sie es wollten. verteilt.Flipje van Tiel wurde dann mit der Musik Mut gemacht. Es klappte unglaublich gut und eventuelle Langeweile, bei sehr kleinen Kindern, wurde durch diese Aktivität wieder aufgehoben. Bei Erwachsenen ist dies nicht unbedingt nöti, macht aber Spaß. Die tote Hose im Forum? Ach Ulrich, wir sind, ca 8 Leute, die sich hier immer wieder versammeln. Es freut mich sehr, wenn ich von einem von euch etwas höre, bzw. lese. Es ist wie in einer kleinen Familie. Ich mache mir darum keine Gedanken mehr. Wenn eine Zeitlang nicht geschrieben wird, gibt es, wie Harry schon sagt, auch nichts zu sagen. Dann kommen alle wieder aus ihren Löchern und schreiben interessante und auch manchmal nur nette Texte. Der Vorteil zu großen Foren, in denen ich nicht mitschreibe, ist doch der, dass nicht so viel geschwafelt wird. Und irgendwie ist mir, als ob ich jeden und jede von euch persönlich kenne. Und das finde ich persönlich ausgesprochen schön und angenehm. Irgendwann führt mich auch der Weg nach Wien. Auf dein Theater, deine Stücke und dich bin ich unglaublich gespannt. Liebe Grüße, Brigitte |