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IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Ulrich Chmel - 20.02.2015 13:28 Heute bin ich nach einem Jahr intensiver Arbeit mit meinem neuesten Projekt für das Papiertheater fertig geworden. IMAGINATION hat keine Handlung im hergebrachten Sinn. Es wird nicht einmal etwas gesprochen. Größtenteils erscheinen in der Manier des SCHWARZEN THEATERS Bilder, die aussehen wie Werke bekannter Künstler und erfahren während ihres Erscheinens eine Verwandlung. Dem Betrachter wird eine Welt der Farben, Formen, Bewegung und Musik imaginiert. Hier ein erstes Szenenbild als kleine erste Kostprobe. RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Robert Jährig - 20.02.2015 16:47 Huch, uns Ulrich ist unter die Kubisten gegangen. Mir gefällt so etwas zwar nicht, weil ich den Realismus bevorzuge (über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten), aber ich wünsche Dir bei diesem Projekt viel Erfolg. Mich erinnert das sehr an das Kölner Kästchentreffen, die ja in eine ähnliche Richtung gehen. RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Winnie - 20.02.2015 20:05 Hallo Ulrich! Niki de Saint Phalle meets Praha Laterna Magica in Papier, und das in Wien. Warum nicht? Sehr kreativ ist es schon mal. Mein Stil ist es normalerweise auch nicht, aber das finde ich ganz spannend. Du verwendest auch Schwarzlicht? RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Harry Oudekerk - 20.02.2015 21:09 Bei uns kennt man Grimms Papiertheater das überall in der Welt seine abstrakte Stücke gibt. RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Ulrich Chmel - 20.02.2015 22:59 Ihr Lieben, danke für Eure Meldungen. Die Nana von Niki de St.Phalle ist nur eines aus einer Reihe von bekannten Kunstwerken, welche in diesem "Stück" konstruiert und dekonstruiert werden. Tatsächlich ist die Kölner Objektkünstlergruppe DAS KÖLNER KÄSTCHENTREFFEN leuchtendes Vorbild für mich. Viele andere abstrakte "Papiertheater" haben mich aber auch inspiriert. Die Verbindung der Effekte des SCHWARZEN THEATERS PRAG mit Leuchtfarben und Schwarzlicht sind tatsächlich fantastische Gestaltungselemente um die Phantasie der Zuschauer anzuregen. Dieses Projekt ist aber keineswegs die Abkehr vom traditionellen Papiretheater (zumindest in der Form, in der ich es betreibe) sondern lediglich ein höchst interessanterr Seitenzweig. Beweis dafür ist, daß ich parallel dazu am ROTKÄPPCHEN arbeite. Auch will ich wieder eine Oper machen. Eins, nach dem anderen! RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Robert Jährig - 21.02.2015 04:35 Nun ja, solange Du nicht anfängst mit schwarzen Figuren, in schwarzen Kulissen und vor schwarzem Hintergrund zu spielen, denke ich, ist das noch ganz passabel. RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Ulrich Chmel - 28.02.2015 13:01 (20.02.2015 21:09)Harry Oudekerk schrieb: Bei uns kennt man Grimms Papiertheater das überall in der Welt seine abstrakte Stücke gibt. Lieber Harry, wir verstehen einander - wie immer! Ich werde insgesamt 8 Bilder berühmter Maler "imaginieren", d.h., es fügen sich Teile zum gesamten Bild zusammen oder werden verändert, bzw. schweben über die Bühne. Große Teile des Stückes kommen dem Schwarzen Theater gleich. Ein zeitgenössischer Komponist komponiert für dieses Stück die Musik. Tatsächlich ist dieses "Stück" nur für eine Minderheit gemacht, da es ja keine Handlung im herkömmlichen Sinne gibt. Meine Gäste werden jedoch nicht überanstrengt, da die Vorstellung wieder etwa 35 - 40 Minu´ten dauern wird. Das mit dem Schwarzen Theater (Bühne vollkommen schwarz, Figuren mit Leuchtfarben, Licht= UV) hat sich eigentlich zufällig ergeben und hat mich auf den Geschmack gebracht, einmal ein wirkliches Schwarzes Theater - mit Handlung - zu produzieren. Der Ausflug ins Surreale bedeutet aber keine Abkehr von der "herkömmlichen" Spielweise. ROTKÄPPCHEN wird jetzt schön langsam fertiggestellt und die ersten Ideen für eine neue "Opernproduktion" habe ich bereits im Hinterkopf. RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Harry Oudekerk - 01.03.2015 00:41 Kandinsky schreibt in "Über das Geistige in die Kunst" Von einem Pyramide. Unten sitzt die grosse Massa und konsumiert. Oben am Gipfel ist der einsame Avantgardist. Keiner versteht ihn, die Masse bespottet ihn. Aber seine Ideen werden langsam übergenommen von den Leuten unmittelbar unter ihm am Pyramide. Sie werden bearbeitet ein wenig vereinfacht und so gehts immer weiter und je weiter nach unten desto breiter die Pyramide und desto mehr Leute es verstehen. So komt man von Picasso bis Zigeuner Junge mit Tränen oder von Srawinsky zu Vater Abraham. Man braucht nicht alle zu verstehen um es interessant zu finden und man braucht sie sogar nicht interessant zu finden um die Wert von neue Experimenten und Versuchen ein zu sehen. RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Ulrich Chmel - 01.03.2015 13:35 Übrigens ist mir beim Nachdenken bezüglich dieses "neuen Stücks" eingefallen, daß die PAPIERTHEATER-Verlage zu Beginn des 19. Jahrhunderts sehr schnell Zeitgenossen in die Produktion aufgenommen haben: FAUST Urauffühurng 1829, La Cenerentola 1817 (Pollock hat seine Cinderella glaube ich schon 1840 herausgebracht. Auch waren die KINDER- UND HAUSMÄRCHEN der Gebrüder Grimm gerade eben herausgebracht worden (1812/1815) und waren also auch ziemliche "Neuigkeiten", nota bene die Brüder Grimm viele der Märchen in "für das 19. Jahrhundert lesebare Formen" gebracht haben. Was also für das 19. Jahhundert Geltung hatte, kann auch im 21. Jahrhundert versucht werden. RE: IMAGINATION - ein vielleicht absurdes Stück - Robert Jährig - 01.03.2015 15:51 Aber lieber Ulrich, es gab damals auch genau soviele Stücke die beim Publikum durchgefallen sind und von denen man heute nur noch den Namen kennt, wenn man Glück hat. Selbst für das Papiertheater gibt es Stücke die zwar den Zeitgeschmack wiedergeben, aber zu ihrer Zeit absolute Ladenhüter waren. Daran den Erfolg für Neue Richtungen festzumachen ist, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen will, zumal sich die von Dir benannten alle dem Massengeschmack unterworfen hatten und dadurch erfolgreich waren. All die von Dir hier aufgeführten Werke sind Vertreter der Romantik und haben ihre Wurzeln in dem Geschmack und der Welt des erstarkenden Bürgertums. Die Kunst des 21 Jahrhunderts richtet sich zumeist nicht mehr an die breite Masse sondern eher an einen Elitären Kreis von Möchtegernkunstverstehern die sich um einen introvertierten Künstler scharen und wie Jünger seiner Genialität huldigen. |