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Kamishibai versus Papiertheater
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Harry Oudekerk
Spieler
    
Beiträge: 1.223
Registriert seit: Oct 2010
Bewertung 3
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RE: Kamishibai versus Papiertheater
Ich war mal bei einem Cocktailparty, wegen der Eröffnung einer Papiertheater Ausstellung.
Da kamen diese sherry trinkende, mittelbare Mädchen zu mir und erklärten das dies das richtige war.
Sie spielten bisher Puppentheater aber ab jetzt wurde das Papiertheater.
Als ich vorsichtig fragte wo sie so alle Puppentheater spielten, dann kamen diese Antworten wie; na ja so dann und wann im Kindergarten, und Geburtstag Partien usw. und sie spielten alle Kasper und sie kauften ihre Puppen im Spielzeugladen.
Oh ja sie waren auch sehr erfolgreich.
Aber ab heute werden sie Papiertheater spielen.
Als ich dan wieder fragte ob sie wussten wie man das so macht und das es vielleicht mehr sei als Papierpuppen hin und wieder schieben und das es sogar ziemlich schwere Arbeit ist, dann blickte man mich voll Unglauben an.
Was ich meine, Kamishibai sieht net aus.
Man kann sogar fertige Geschichten kaufen (jedenfalls in Holland) bei herausgeber von Lehrmaterialen.
Die Vorführungs Technik ist nicht viel schwerer als die, schon im Unterricht bekannte, Erzähltechnik.
Es klinkt irgend auch als sehr besonderes: Papiertheater, Japanisches Papiertheater sogar, KAMISHIBAI!
Wen man das spielt dan ist man wirklich interessant.
Hinzu könnte es schon so sein das Kamishibai sich für Kindergartens Alter gut eignet.
Ja, das mann es Papiertheater nennt, ach, die wissen nicht besser.
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| 14.09.2012 16:01 |
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Brigitte L.
Spielerin
    
Beiträge: 580
Registriert seit: May 2011
Bewertung 1
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RE: Kamishibai versus Papiertheater
Ich glaube, Harry hat die Antwort auf Roberts Frage gefunden.
Kamishibai ist einfach zu spielen. Eigentlich ist es kein Spiel, sondern ein zeigen von Bildern. Du kannst aus Bilderbüchern kopieren oder wie in Niederlande, Geschichten und Bilder einfach kaufen.
Das geht beim Papiertheater nicht. Kamishibai ist mit Sicherheit einfacher zu praktizieren, als ein Theaterstück auf einer kleinen Bühne mit allem drum und dran zu inszenieren.
In diesem Sommer sind einige Leute mit dem Kamishibai Theater (auf Fahrrädern) durch Braunschweigs Innenstadt gezogen. Sie haben wenig Interesse und Aufmerksamkeit erregt. Selbst vor der Stadtbücherei sind die Leute kaum stehen geblieben. Es ging im Lärm und der Hektik der Stadt unter.
Auf die Frage, weshalb Papiertheater so wenig Resonanz findet, glaube ich ist ein Grund dafür, dass viele Leute denken, dies sei etwas für Kinder.
Selbst wenn die Erklärung folgt, entsteht häufig so etwas wie höfliche Zustimmung und nachsichtiges Lächeln. Was soll der Kinderkram, gibt es doch so viel wichtigeres im Leben zu schaffen. So oder ähnlich.
In diesem Sinne, liebe Grüße, Brigitte
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| 18.09.2012 19:05 |
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Brigitte L.
Spielerin
    
Beiträge: 580
Registriert seit: May 2011
Bewertung 1
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RE: Kamishibai versus Papiertheater
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| 20.09.2012 11:34 |
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pappcartoon
Nicht registiert
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Kamishibai versus Papiertheater
(14.09.2012 11:59)Robert J schrieb: ... Jetzt frage ich mich allerdings, wie kann man etwas wiederentdecken was es so vorher weder in Amerika noch in Europa gegeben hat. Wird hier bewusst die eigene Geschichte und Kultur abgewertet? Nach 25 Jahren Preetz, ist an deutschen Schulen und bei Lehrern das europäische Papiertheater immer noch fast unbekannt, hingegen Kamishibai Bestandteil des Unterrichts an Grundschulen. Woran liegt das? Was läuft da falsch? Hat unsere eigene Kultur sowenig zu bieten, dass man sie gegen eine andere eintauschen muss? Ich weiss, diese Fragen sind provokativ, aber es sind Fragen die mich beschäftigen und über die man vielleicht auch mal nachdenken und debattieren kann.
Dieses "Wiederentdecken" bezieht sich evtl. darauf, daß Kamishibai in Japan selbst genau so in Vergessenheit geraten ist, wie das europäische Papiertheater aus den guten Stuben unserer Vorfahren...
Kamishibai ist im Unterricht an Grundschulen (!) schlicht und einfach besser zu bewerkstelligen: Bilder zeigen, Geschichte erzählen, gut is'. Das ist keine bewußte Abwertung unserer eigenen Kultur, sondern vermutlich eine rein praktische Überlegung.
Um in einer Schulklasse "richtig" Papiertheater zu spielen, ist nämlich wesentlich mehr Aufwand nötig.
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| 21.09.2012 09:49 |
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Robert Jährig
Administrator
    
Beiträge: 1.395
Registriert seit: Nov 2010
Bewertung 2
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RE: Kamishibai versus Papiertheater
Liebe Betsi, man kann nur Wiederentdecken was es im eigenen Kulturkreis schon gegeben hat. Alles andere ist eine Entdeckung. Hier allerdings ist einem Autor ein großer Irrtum unterlaufen, beim versuch, Kamishibai mit dem Papiertheater zu vergleichen. Kamishibai bedeutet Papierdrama und nicht wie es irrtümlich bei Wiki hieß Papiertheater. Das Bilder-/Erzähltheater, so die richtige Bezeichnung für das Kamishibai, gleicht dem in Europa bekannten sehr alten Moritaten. Auch hier wird durch einen Erzähler eine Bildgeschichte vorgetragen und wie in Japan erst ab 1920 (!), auf der Straße. Das Kamishibai gibt es in Japan übrigens erst seit ca.1920. Das japanische Gegenstück zum Papiertheater ist das Tachie, wobei Tachie wörtlich mit Stellbild übersetzt wird. Dazu findest Du einige Aufsätze in der Zeitschrift Papiertheater, die durch die Familie Römer verfasst wurden. (Siehe Ausgabe 24 und 30 der Zeitschrift Papiertheater)
Wieviel Aufwand man benötigt, um im Unterricht Papiertheater zu spielen, ist mir bekannt, da ich dies schon mehrmals gemacht habe und noch weiter im Rahmen des Literaturunterrichts zum Thema Märchen mache. Dazu werde ich von einer Schule hier vor Ort gebucht. Ich verweise dazu auf den Artikel in der Onlineausgabe der Zeitschrift Papiertheater auf der Vereinsseite vom Januar.http://papiertheater.eu/z_25/z_25.htm#seite03
Du kannst mir also abnehmen, dass ich weiß wovon ich schreibe und glaube mir, diese Kinder spielen "richtig" Papiertheater. Sie spielen dies unter Anleitung selbst auf meinem Papiertheater mit allem Zubehör. Dafür sind übrigens vier Unterrichtsstunden a 45 min eingeplant.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.09.2012 02:48 von Robert Jährig.)
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| 21.09.2012 16:08 |
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