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Protokoll einer Aufführung
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pappcartoon
Nicht registiert

 
Beitrag: #30
Rainbow RE: Protokoll einer Aufführung
Aufführung 1) am 20.10., abends

Im Publikum: nur Erwachsene – die Honoratioren des Vereins und einige, die das Stück bisher nicht gesehen haben, aber gehört haben, daß es so nett wäre und die darum neugierig waren.

Ich habe den ursprünglichen Jubiläums-Bilderbogen ein bißchen geändert: ein paar Szenen sind rausgeflogen (Kirchen, Sportverein, Schule, Siedler) und wurden durch spezielle WAPE-Szenen (Rama dama, Schneckenhaus, Spielmobil etc.) ersetzt.

Ebenfalls neu war die Bühnenkonstruktion: festes Proszenium und eine geniale Halterung für den Text, die mir ein wesentlich angenehmeres Spielen ermöglicht. Alle fünfzig (!) Darsteller inkl. der neuen WAPE-Figuren waren an Ort und Stelle und der Rahmen, in dem sie auf ihren Einsatz gewartet haben, war dank eines kleinen Kunstgriffs stabiler als früher.

Die Plakatwand mit den Collagen zu den einzelnen Jahreszahlen und Begebenheiten stand auf einem separaten Tisch daneben und dahinter hatte ich genug Platz, um die nicht mehr benötigten Figuren und Collagen abzulegen.

Mit fünf Minuten Verspätung habe ich angefangen; der Raum war voll und im Flur dahinter sind auch noch Zuschauer gestanden. Alles in allem gut fünfzig Zuschauer, würde ich sagen. Ich habe sie nicht gezählt, ich war ein bißchen aufgeregt.

Zum Glück habe ich das Stück bereits fünfmal gegeben und darum hatte ich es „drauf“. Sobald ich angefangen hatte, gab’s kein Halten mehr und weil mich niemand gesehen hat und ich bequem stehen konnte, habe ich noch mehr Gas gegeben als sonst. Auch die neuen Szenen gingen problemlos über die Bühne, obwohl ich sie aus Zeitmangel nicht extra proben konnte, sondern nur laut durchgelesen habe. Das Publikum ist gut mitgegangen und hat an den richtigen Stellen gelacht – und zwar richtig lang und laut.

Die Sound-Effekte aus meinen kleinen Wunderschachteln waren dabei recht hilfeich.

Kaum fünf Monate nach der Premiere wird die Mühe, die ich in dieses Projekt gesteckt habe, endlich entsprechend gewürdigt. Ein schönes Gefühl! (Ebenfalls schön waren die zahlreichen Spenden, die ich später in meiner Box gefunden habe. Diese Form der Anerkennung mag ich fast noch mehr als den Applaus.)

Dieser Auftritt wird auf jeden Fall noch ein paar Nachspiele haben.

Der Chef vom Theaterverein (die hiesige Volksbühne habe ich mit zwei fiktiven Darstellern und gehörigem Augenzwinkern im Stück thematisiert) hat mir außerdem erklärt, daß ich auf eine richtige Bühne gehören würde und mich nicht hinter einer Wand zu verstecken bräuchte. Das Lob ging runter wie Öl.

Ein anderer Zuschauer war sehr interessiert am Papiertheater an sich; leider hatte ich ausgerechnet gestern den blauen Hefter nicht dabei, mit dem ich diese alte Theaterform gelegentlich vor der eigentlichen Vorstellung ein bißchen erläutere. Diesen Trick hab’ ich mir von Herrn Chmel abgeschaut, aber den Hefter mit den Illustrationen hatte ich schon vorher.

Es kamen die üblichen Fragen: was ich denn studiert hätte (Grafik oder Theaterwissenschaft?), was ich beruflich machen würde (Sprachtherapeutin oder Lehrerin?), ob ich die Figuren selbst zeichen würde (mindestens 98 % sind von mir), ob ich auch in der Schule/im Kindergarten/auf der Weihnachtsfeier spielen würde (Aber gern: bitte nehmen Sie eine Visitenkarte und rufen Sie mich an!) und woher ich diese witzigen Einfälle nähme (bei dieser Frage muß ich passen – ich weiß es nicht).

Beim Abbau musste ich mich beeilen, denn es stand noch eine „Krimi-Lesung“ auf dem Programm. Vor lauter Eile habe ich eine Öse an der Rückwand des Proszeniums abgerissen, aber ein bißchen Schwund is’ immer.

Zusammenfassend lässt sich sagen, daß ich einen (fast) perfekten Auftritt abgeliefert habe.


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21.10.2012 10:34
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