Papiertheater-Forum

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pappcartoon

Die heutige Vorstellung vom "Rotkäppchen" war Balsam für meine Künstlerseele! [Bild: n005.gif]

Ich hatte ja Bedenken, vor Dreijährigen zu spielen, aber diese sechs Kinder waren lieb und brav (wahrscheinlich schon müde vom Rumfetzen) und sind richtig schön "mitgegangen". Die dazugehörigen Erziehungsberechtigten (inkl. der Väter - es ist Samstagnachmittag) habe ich ebenfalls schwer beeindruckt.

Alle Spezialeffekte haben funktioniert und zum Schluß hab' ich Applaus und Geld bekommen. So mag ich das!

Und was die Werbung angeht, hab' ich seit heute was neues, schaut's mal:

[attachment=501]

Dieses hübsche Schachbrettmuster prangt seit heute auf meinen beiden Schildern, an denen täglich viele Leute vorbeikommen.

Todschick, oder?
Ihr Lieben allüberall! Leere Vorstellungen, wenige Zuschauer!!! Das ist ja furchtbar schlecht für die Stimmung und für's Image. Ich spiele nur gegen Voranmeldung und begrenze mit maximal 25 Zuschauern. Wenn mehr kommen wollen, spiele ich halt um ein oder zwei Mal öfter. Auch zu viele Zuschauer verträgt das Bühnchen nicht, wenngleich ich mich erinnern kann, bei Auftritten im Rahmen von Figurentheaterfestivals einmal 55 und einmal 82 Zuschauer vor der Bühne gehabt zu haben. Da helfen nicht einmal mehr die Theatergläser, die ich für die letzten Reihen austeile.

Bezüglich 2 1/2 Stunden Zauberflöte (noch dazu vor 6 Besuchern) möchte ich die Geschichte erzählen, die mir vor 10 Jahren (also zu Beginn meiner Papiertheaterei) widerfahren ist. Eine Dame erfährt von mir meine Absicht, Papiertheater zu spielen: "Um Gottes Willen!" entfährt es der Dame wie ein Schmerzensschrei. "Mein Vater hat das auch gemacht und wir Kinder mussten die vollen 2 1/2 Stunden diese elende Figurenrückerei mitansehen und dazu die Originalmusik von der Platte hören!"
Dieser Scherzensschrei war für mich von Beginn an ein Warnsignal und ich habe ich von Beginn an auf 45 bis 50 Minuten Vorstellungen beschränkt und habe das bis heute nicht bereut.
Euer Ulrichderkulissenschieberzuwien
Ich habe noch ein kleines Foto vergessen, welches ich pars pro toto beifügen möchte.
(09.03.2013 19:49)Horst K. schrieb: [ -> ]...Robert hat 40 Leute vor seiner Bühne sitzen;

Jetzt komme ich doch aus meiner Klausur mal um zu antworten. Bitte keine Übertreibungen! Die 36 Zuschauer waren im Dezember die mögliche Höchstgrenze gewesen, die ich nur in Ausnahmefällen zulasse und die mit mir vorher auch abgesprochen wurde. Bei dieser Aufführung handelte es sich zumeist um Kinder, die auf dem Schoß der Eltern gesessen haben, wodurch ich kein Problem sah die 11 mehr zuzulassen.
Persönlich ist bei mir, bei 25 die Obergrenze erreicht und 20 empfinde ich als ideal. Alles andere geht zu lasten der Sicht und auch der Akustik. Finde auch der letzte Zuschauer im Raum, hat verdient zu hören, was da gesprochen wird und nicht nur ein leises wispern auf den hinteren Plätzen.
So, dass soll es dazu gewesen sein. Ein schönes WE euch noch und nicht so ein Schneetreiben wie es bei uns gerade ist.
Euer Robert der jetzt wieder in die Klausur verschwindet.
Ach lieber Horst, nie im Leben wollte ich Dir den Spass an Deiner Arbeit nehmen, denn Du und Dein Publikum wird das gerne haben, was Du machst. Ich aber spiele meist für musikalisch UNBEDARFTE Menschen - alte und junge - und würde da mit Originallängen keinen Erfolg erzielen. Im Gegenteil, viele sind das erste Mal mit einer WAGNER OPER konfrontiert und durch die Leichtigkeit der Darbietung nicht verschreckt für weitere Versuche. Oft habe ich aber auch schon von Erwachsenen nach der Vorstellung gehört: "Danke, jetzt habe ich den Lohengrin endlich verstanden!"
Auf Grund der Verwendung Nachdrucken aus dem 19. Jahrhundert für meine TANNHÄUSER Produktion, habe ich schon mehrfach nach den Vorstellungen Dankesworte für eine so romantische Inszenierung erhalten.
Mir ist die Geschichte, die sich tatsächlich vor 10 Jahren zugetragen hatte, nur spontan eingefallen. ich selbst hätte ja mit den Originallängen überhaupt kein Problem, bin ich doch in Wien und Bayreuth Wagner-Formate gewöhnt und schätze sie.
Sollte ich Dich gekränkt haben, bitte ich Dich um Entschuldigung und erinnere auch an Friedrich den Großen der gesagt hat "Jeder solle nach seiner Facon selig werden!".
Dein Ulrich

pappcartoon

Lieber Horst,

ich habe die Vorweihnachtsvorstellung für zwei Leute gegeben: einen Großvater und seine Enkeltochter. Wir drei haben uns gut amüsiert und ich verbuche diese Aufführung unter "erfolgreich".

Doch wenn gar niemand auftaucht, obwohl eine Vorstellung überall im Viertel angekündigt und angeschlagen ist, zweifle ich jedes Mal zuerst an mir selbst (ich bin eine Frau, das machen wir so).

Zur Musik kann ich nichts sagen; ich spiele komplett ohne. Aber den Gedanken des "Musikhörens mit Bilduntermalung" finde ich ausgesprochen charmant.

Die Länge meiner Stücke variiert immer. Das Rotkäppchen gestern war relativ kurz, weil ich das Alter des Publikums berücksichtigen musste: Dreijährige sitzen keine 45 Minuten still auf ihren kleinen Popöchens.

Ich habe aber schon oft mehrfach hintereinander gespielt (also ein Stück von einer knappen, halben Stunde für vier einzelne Gruppen des Kindergartens, zum Beispiel) und weiß darum sehr gut, wie anstrengend solche langen Touren sind.

Respekt dafür! [Bild: a085.gif]

Lieber Ulrich,

die seitlichen Stellwände mit den großen Drucken der historischen Bilderbogen gefallen mir sehr gut. Zu schade, daß das immer so eine Schlepperei ist, sonst würde ich etwas ähnliches auch gern aufbauen.

Aber in meinem derzeitigen "Rumpelkammerl" ist dafür eh kein Platz...
Die "Stellwände" sind federleichte PRÄSENTATIONSPLATTEN (1cm Schaumstoff - links und rechts mit Papier bezogen). Aber natürlich Platz brauchen auch leichte Dinge.
Ulrich
Wir spielen solange vor der Bühne nicht weniger sind als hinten(2)
Will mir weiter nicht wieder in die Diskussion über die Länge der Stucken mischen. Bei uns ist es immer 25 Minuten.
Auch die Oper, Freischütz, Zauberflöte, Hoffman.
Wen man gerne die Gesamtaufnahme hört soll man die später nochmal zu Hause drehen.
Lieber Horst, ich möchte Dir zu Deinem schönen Erfolg sehr herzlich gratulieren und auch zu Deiner Idee mit dem Fragebogen. Mach weiter so. Jeder macht seine Art am besten. Ich spiele ja keine OPERN im wirklichen Sinn des Wortes, sondern PAPIERTHEATERSTÜCKE mit Inhalten einer Oper, in welche ich sehr sanft Stellen zum Lächeln eingearbeitet habe und in welchen da und dort historische Originalaufnahmen von berühmten Arien zu hören sind.
Sollten Dich Deine Schritte einst nach Wien lenken, dann oh Wanderer, kehre ein bei mir und blicke hinter die Kulissen meines Bühnchens. Danach gehen wir zum Heurigen auf ein Glaserl Wein.
Dein Ulrich
Für einen solch profunden Wien-Kenner muss ich mir etwas besonderes ausdenken: Zum Beispiel auf dem Nußberg oberhalb Kahlenbergerdorf - mitten in den Weingärten. Allerdings gibt's dort keine "zünftige Schrammlmusik", dort kann man ungestört den "Wein beiss'n" und sich vom Buffet etwas köstliches holen.
Das Wasser soll Dir im Mund z'samm'rinnen, meint Dein Ulrich
Du meinst wohl Weinkenner, statt Wienkenner?

Harry
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