liebe foren-mitstreiter!
vielleicht - nein, sicherlich - kann mir hier weitergeholfen werden:
ich habe mich total in die dukketeater-bögen in den ausgaben des illusteret familie journal verguckt und spiele mit der idee, eins dieser theater nachzubauen. dank harry oudekerk (groooßer groooßer dank hiermit!!!!) findet sich dazu im internet ja wirklich ausführlichstes und hochqualitatives, liebevoll zusammengetragenes material!
was ich jedoch noch nicht geschafft habe, herauszufinden (mag dran liegen, dass ich es blonderweise übersehen habe): wie groß war das originalformat des journals? wie groß waren also die papiertheater in originalgröße?
danke und lieber gruß,
die amelie
Da muss ich doch antworten.
Wie gross die Bogen waren ist denk ich nicht wichtig den jedes Theater hatte andere Abmessungen als die Andere.
Sie waren übrigens ungefähr A3 format.
Wichtig ist also wie gross willst du dein Theater und die dazu gehörige Stücke machen.
Esben Rasmussen postete bei Flicker
http://www.flickr.com/photos/esbenr/sets...592886812/
bearbeite Bilder vom 1918 Theater und dem Alhambra Theater
und hier:
http://www.flickr.com/photos/esbenr/sets...592795814/
vom wunderschönen 1921 theater
Wenn es weiter noch etwas gibt bitte eine PM.
Harry
herzlichen dank, harry oudekerk!!!
mit "A3" als info ist mir schon sehr geholfen.
und danke auch für die flickr-links von esbenr. genau über die bin ich bei einer meiner internet-recherchen auf "h oudekerks" tolle veröffentlichungen gestoßen... ;-)
mir ist gar nicht unbedingt wichtig, mein persönliches theater im "korrekten" original-maß zu bauen, weil es sich ev. "so gehört" oder es "nicht anders sein dürfte".
mich interessiert einfach, wie damals gespielt wurde - mit welchem material, in welchen maßstäben. wie sich das "anfühlt".
weil ich glaube, es sagt etwas direkt spürbares und nachvollziehbares über die damaligen lebensumstände aus, wie "gebrauchsgegenstände" sich benützen ließen.
jeder gebrauchsgegenstand - und ein papiertheater ist im weitesten sinne einer - zwingt seinen benützer in gewisse "bahnen", WIE dabei vorgegangen werden muss. auch in ein gewisses tempo. und DAS nachvollziehen zu können, finde ich als gelernte werkerzieherin, die auch mit dem entwerfen und anfertigen von gebrauchsgegenständen - also design und design-geschichte - zu tun hat, sehr spannend!
gebrauchsgegenstände sind eben immer auch zeitzeugnis ihrer entstehungsepoche und tragen in sich ganz viel von der zeit und kultur, in der sie entstanden sind - vom damaligen lebensgefühl. daher interessieren und faszinieren mich auch die unterschiedlichen modelle, die das illusteret familie journal über die jahre präsentierte. auch da ist eine art "mode-strömung" ablesbar, die etwas über den zeitgeist und seine entwicklung aussagt und nachfühlbar macht.
eine oder mehrere dieser bühnen im "korrekten" - also damals vorgesehenen - maßstab nachzubauen, würde mir sozusagen "zeitgeschichte zum anfassen" ermöglichen. etwas, das ich sehr mag.
lieber gruß,
die amelie
Meine Beitrage zum thema:
ich bin/war ein Editor/Filmschittmeister.
Für mich gilt das ein Bild (oder Material) im algemeinen kein Wert oder Bezeichnis hat, sondern das was es bekommt aus der Kontext mit anderen Bilden/Material.
Ich weiss das ist schlechtes Deutsch.
Zweiter versuch:
Mozart schrieb die Zauberflöte, die Arien haben Bedeutung in der Kontext der Oper.
Wenn aber ich eine Zauberflöte machen würde (schon passiert), dann kann ich Mozarts' Musik auf ganze neue Weise benützen, vielleicht irgendwo anders im Oper singen lassen.
Zum Beispiel, die Arie der Königin der Nacht (Die Holde Rache)als Schluss Arie einstellen.
Im Kontext meiner Oper könnte das passen. Am Ende ist sie schliesslich wütend.
Dritter Versuch:
Material hat keine eigene Wert. Nur die Wert die abgeleitet werden kann aus der Kontext mit umliegendes Material
Ich hätte besser nie hiermit angefangen
Harry
(13.05.2011 20:37)Harry Oudekerk schrieb: [ -> ]Ich weiss das ist schlechtes Deutsch.
Ich hätte besser nie hiermit angefangen
Zum 1. Satz, Frage: wer spricht niederländisch?

zum 2. Satz, doch in jedem Fall. Das ist ja das Interessante am Forum.
Wenn ich es richtig verstanden habe, hat das gedruckte Papier keinen ausschließlichen Wert, sondern die unterschiedlichsten Empfindungen die in uns auslöst werden. Dazu der Umgang mit dem Material, was damit ausgedrückt werden soll und wie wir es zusammenfügen. Ebenso die Gegensätze, zwischen dem überlieferten Kulturgut und dem Neuen, welches aus unserer Zeitgeschichte entsteht. Das ergibt das individuell Wertvolle.
Ich suche für mich ein Proszenium, weil ich mir eine mittelgroße Probebühne bauen möchte, die ich auch mal leicht transportieren kann. In den Internetseiten des Illusteret Familie Journal habe ich schon gestöbert. Das vergrößern dieser wunderschönen Proszenien wirft eine technische Frage auf. Aus dem Copyshop zurück, bin ich arg enttäuscht von der Qualität des Bildes. Es strahlt nichts aus. Wobei wir wieder dabei wären. Das Material hat keinen eigenen Wert
Also suche ich nach einer anderen Lösung.
Grüße, Brigitte L
oha.... da ist mir doch glatt mein eigener faden in seiner weiterführung entgangen.... (komisch. ich sehe hier regelmäßig rein, habe aber den höchst spannenden beitrag von herrn schmitt-sieger nicht wahrgenommen. ich bitte um entschuldigung, falls das indirekt zu einer kränkung beigetragen haben sollte!)
ja. ein höchst spannendes thema. auch für mich von meiner (ex)beruflichen seite gesehen - nämlich der der kunsterzieherin und vermittlerin von kunst- und kulturgeschichte für junge menschen und kinder.
da zu der erkenntnis zu führen, dass wir lediglich "zeugnisse" eines prozesses sehen, wenn wir kunst betrachten, die nicht dem hier und jetzt entspringt, und kunst weit mehr ist als kunstfertigkeit in darstellung, ausführung o.ä... ist m.E. das AundO und mit das schwierigste überhaupt.
denn immerhin wird ja alles so blind "verehrt", was "alt" ist. das "gehört sich so", wenn es um kunst geht. warum eigentlich? warum darf ich etwas von einem alten meister nicht dennoch "gefällt mir nicht" finden?
eben. darf ich doch. ich darf es nur nicht verwechseln mit
"das kann ich auch" oder
"da kann ich nichts erkennen" oder
"das wirkt total doof, weil altmodisch" oder
"sagt mir nichts, weil mir die mittel fehlen, es richtig deuten zu können" (weil ich schlicht in der falschen zeit bzw. kultur lebe, um das werk richtig auf mich wirken lassen zu können).
aber das ist hier im forum tatsächlich zu weit führend und auch ein wenig abseits vom thema im direkten bezug zum papiertheater.
ich behaupte, das papiertheater berührt auch heute. wer einmal eine beseelt gemachte vorführung gesehen hat (samt dem gebannten und verzauberten publikum), wird das bestätigen.
aber es berührt durch anderes als damals.
insofern gebe ich ihnen, herrn schmitt-sieger, völlig recht und glaube zu verstehen, was sie sagen möchten.
im heute verschmilzt beim papiertheater vieles miteinander, das damals eben gar nicht alles thema war: z.bsp. das nostalgie-gefühl, das wandeln auf alten spuren, der versuch nachzuspüren, was da einmal "war" (und "wie"). das verklärt heute sicherlich das mit, was auch damals im ästhetischen sinne wahrgenommen wurde bzw. wirkte.
die optik ist, wie brigitte ja auch nicht unwichtig sagt, ja auch heute nicht mehr ganz so hinzubekommen, wie sie war. denn moderne nachdrucke haben dann nicht mehr diesen gilb-nostalgischen flair, den man ja auch irgendwie schätzt.
dasselbe phänomen wie seinerzeit bei der sixtinischen kapelle nach der restaurierung, als fresken eines michelangelo plötzlich als "zuckerlbunt" geoutet wurden. und die menschen der moderne ihr bild von den kunstwerken des 15. jahrhunderts revidieren musste. ebenso, wie griechische statuen nicht alle reinweiß waren...
der "zahn der zeit" als fehlzudeutender faktor für die, die in der jetztzeit auf vergangenes schauen. der ist nicht zu unterschätzen.
wie sähen die proszenien aus, wären sie heute nach den alten vorbildern frisch nachgedruckt und ohne gilb und verblassen? auch ist da ja die frage des geschmacks mitbeteiligt: den einen sind die zuckerlbunten englischen proszenien zu bunt, den anderen die dezenter gehaltenen proszenien der schreiber-, scholz- und anderen -bühnen zu blass...
solls nun nach "alt" aussehen oder nicht? fürchtet man dann, in den verpönten bereich des kitschs abzurutschen? (und wenn ja - wäre das tatsächlich so schlimm?)
copy-shop-erfahrungen zu den druckergebnissen der dänischen papiertheater-vorlagen sind für mich persönlich jedenfalls sehr interessant.
was genau, @brigitte l.,
ist qualitativ so enttäuschend? würde bildbearbeitung am pc vor dem ausdrucken das beseitigen können? oder ist es ein anderer faktor, den ich nur nicht nachvollziehen kann, weil eben nicht "fühlbar"?
fürwahr - ein spannendes thema!
liebe grüße,
die amelie
nachtrag: (weil eben ein dermaßen spannendes thema ist - und "gut, dass harry damit angefangen hat!!!" ;-) )
was aber auch heute noch - unabhängig von der zeitlichen "entwurzelung" - wirkt, beginnt schon bei der auswahl und herstellung der szenen, figuren und den überlegungen für die inszenierung selbst... und auch, wenn die heutigen mittel dabei zum einsatz gelangen: der prozess an sich, die auseinandersetzung mit dem "wie bringe ich das ins bild, was ich erzählen UND zeigen möchte, damit es so wirkt, wie ich es beim betrachter angekommen wissen möchte" ist heute noch derselbe schaffensprozess wie damals.
und der erfüllt auch heute noch gleichermaßen und der ist es auch, der auf das publikum wirkt. egal, wie nah oder fern ich mich jetzt von den vorlagen der originale bewege. solange ich dabei MEINE version der geschichte auf MEINE art (und halbwegs gut gemacht und klar) erzähle, ist es immer authentisch und wirkungsvoll, behaupte ich.
Hallo Amelie,
Ihre Ausführungen sprechen mir ganz aus dem Herzen, ich fürchte jedoch, eine Vertiefung dieses Themas würde den Rahmen hier sprengen.
Um auf die Frage zurückzukommen. Ich spreche in diesem 'Fall von der Bildqualität. Die Vergrößerung eines kleinen Fotos auf DIN A3 wird so grobkörnig, dass es nicht mehr schön aussieht.Da es sich um ein kopiertes Bild handelt, sehe ich keine Möglichkeit es am PC zu bearbeiten. Ich gebe noch nicht auf und lasse mich nochmals beraten.
Liebe Grüße, Brigitte L.
servus, brigitte l.,
der rahmen hier ist ja noch nicht ganz ausdefiniert, wie ich es sehe... *grins. das thema allerdings ist doch ein endloses...
ich habe eine PN zum thema bildqualität geschickt.
liebe abendgrüße,
die amelie
An Brigitte, die Bücher waren wie gesagd nie gemeint als grundmaterial zum bauen sondern als visuelle Referenz. Vergrössern könnte man in Photoshop mit spezielle Plug-ins wie zb. PerfectResize von OnOne software.
Kannst mir aber auch ein PN schicken.
Harry Oudekerk
Lieber Klaus,
Dank für die netten Wörter über das Treffen
Muss aber denke ich einiges korrigieren.
Erstens die Zuschauer.
Wir hatten 12 Theater die Je 4 Vorstellungen gaben, also 48. Pro Vorstellung gab es zwischen 15 und 20 Sitze (Wohnzimmer).
Insgesamt gab es ungefähr 800 Plätze.
200 davon waren fuhr die Spieler selbst. Die andere 600 sind fast alle verkauft. Meisten im Vorverkauf. Das Wetter war leider zu schön und manche sind leider nicht gekommen aber da kann man nichts machen. Außer den vielen "Festen Gäste" waren doch auch viele neue Leute. Wir hatten Besucher aus England, Irland, Belgien, Deutschland und natürlich Holland.
Was den Kartverkauf angeht, es gab im Vorverkauf einige Arrangements:
4 Karten für €12. 12 Karten (also alle Vorstellungen) €30 und VIP Arrangements (alle Vorstellungen inclusive Mahlzeiten und Abschiedpartie) für €100.
Die Tochter möchte aber nur Karten für alle 12 Vorstellungen, die es aber nicht mehr gab nur 11. und die hat sie dann bestellt und billiger bekommen. Da war weiter nichts dabei. Konnte auch nicht zu den Preis.
Es tut mir leid wen das nicht klar war aber es stand wirklich am website:
http://www.papiertheaterfestival.nl/Fest...ckets.html
Liebe Grüsse
Harry Oudekerk