Das Gastspiel im Salzburger Marionetten Theater
Der Höhepunkt meines 10-Jahres Jubiläums
Ich bin wirklich ein Glückskind. Anders kann ich den Umstand nicht bezeichnen, daß mir als (sehr)spätberufener Papiertheaterspieler die Ehre wiederfuhr mit meinem Bühnchen im Salzburger Marionettentheater auftreten zu dürfen.
Seit zwei Jahren arbeitete ich nun schon darauf hin, mein Jubiläum 10 JAHRE ULRICH CHMEL’s PAPIERTHEATER zu feiern. Ich dachte mir zwei schöne Stücke aus, DES KAISERS NEUE KLEIDER und CARMEN RASANTE, welche ich anläßlich dieses Jubiläumsjahres zur Erstaufführung bringen wollte. Gerade zum richtigen Zeitpunkt wurde ich mit der Produktion bei der Stücke fertig und hatte auch schon das Vergnügen DES KAISERS NEUE KLEIDER mit großem Erfolg uraufzuführen.
Ehrenvolle Einladung
Im Sommer dieses Jahres erhielt ich die Einladung von der Leiterin des Salzburger Marionetten Theaters, Frau Dr.Barbara Heuberger, anläßlich des Festes „120 Jahre Salzburger Landestheater“ in den Räumlichkeiten des Salzburger Marionetten Theaters ein Gastspiel geben zu dürfen. Ich empfand es umwerfend und besonders ehrenvoll für einen Papiertheaterspieler aus Leidenschaft, an einem solchen Ort auftreten zu dürfen. Immerhin ist es ein starkes Zeichen der Anerkennung, von einer Institution – welche heuer ihr 100-jähriges Bestehen feiert – zu einem Gastspiel eingeladen zu werden.
Freundschaftliche Aufnahme
Am 28. September feierte das Salzburger Landestheater sein 120-jähriges Bestehen mit einem Theaterfest der besonderen Art. Den ganzen Tag über gab es in dem Haus, in welchem das Salzburger Landestheater, die Kammerspiele und das Salzburger Marionetten Theater untergebracht sind, freien Eintritt zu einer ganzen Reihe von verschiedenen Veranstaltungen.
Ich durfte meine Papiertheaterbühne im wunderschönen Foyer des Marionetten Theaters aufbauen. Frau Dr.Barabra Heuberger – die Chefin des Hauses- und „Pierre“ die gute Seele des Hauses halfen beim Abdunkeln des Raumes und beim Aufstellen der Sessel und waren auch den ganzen Tag über bemüht, mir wirklich ideale Bedingungen zu verschaffen. Ja, erstmals kümmerte sich bei einer meiner Vorstellungen ein Chefbilleteur um einen reibungslosen Ablauf beim Einlaß und der Sitzauswahl. Er hatte, dem Anlaß entsprechend, seine schönste Uniform angelegt.
GESTIEFELTER KATER und TANNHÄUSER KURZ UND GUT
Ein Märchen und eine „Papiertheater-Oper“ standen auf dem Programm. Tatsächlich unterschied das Salzburger Publikum die beiden angebotenen Stücke. So besuchte den GESTIEFELTEN KATER überwiegend sehr junges Publikum in Begleitung von Eltern oder Großeltern und zum TANNHÄUSER KURZ UND GUT erschienen viele „Wagner-kundige“ Erwachsene – um endlich wieder einmal eine „schöne Inszenierung“ sehen zu dürfen. Beide Vorstellungen wurden so quasi „vor vollem Haus“ gespielt, was natürlich in beiden Fällen zur guten Stimmung bestens beigetragen hat.
Zum Gaudium von jung und alt gab es im Anschluß an die Vorstellungen ausführliche Bühnenführungen mit der Erklärung von DONNERTROMMEL, NEBELMASCHINE und BLITZ. Unter dem Publikum waren auch viele Puppenführerinnen und Techniker des Marionetten Theaters, sowie Freunde und Papiertheatersammler aus Salzburg. Mit großem Ah und Oh wurde die „Bühnentechnik“, das „Licht“ und die „Tonanlage“ des Papiertheaters bewundert und bestaunt.
Für mich war es ein Tag der großen Freude und des Glücks, welchen ich in großen Zügen genoß.
Danke an Frau Dr.Barbara Heuberger für diese Einladung.
Ulrich Chmel Ulrich Chmel's Papiertheater - Wien ulrich.chmel@papiertheater.at
Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.
Max Reinhardt
Danke lieber Harry. Es gibt keinen Grund zur Eifersucht, wenn ich Deine zauberhaften selbst geschaffenen Bühnenbilder und phantasievollen Figuren betrachte.
Es ist mein Ziel: Papiertheater dorthin zu bringen, wo Menschen auch "in das Puppentheater" gehen. Dabei lernen sie kennen, welche Phantasie und Illusion von dem kleinen Papiertheaterbühnchen ausgehen kann. Vielleicht gelingt es mir hie und da, einen neuen Mitstreiter zu gewinnen. ich glaube in Salzburg habe ich bei einem Mann den "Papiertheater-Virus" hinterlassen können.
Ulrich Chmel Ulrich Chmel's Papiertheater - Wien ulrich.chmel@papiertheater.at
Ich habe im Sommer ein Kind dahingehend infiziert, daß es sich aus LEGO eine Bühne gebaut hat und dort mit Stabfiguren spielt, die es aus einem Katalog ausgeschnitten und an Schaschlikstäbchen geklebt hat.