An der LFS (zu meiner Zeit noch LIFS) mussten wir alles machen: Ton, Gaffer, Focus Puller, Schnitt, Regie, Licht, Camera Operator etc. Am Ende der Terms wurden dann die Filme vor Lehrern, Studenten und Fachpublikum aus der Filmindustrie angeschaut und auseinandergenommen, aber auf die harte englische Art. Meine Filme dort habe ich noch am Steenbeck geschnitten. Und mit Film- und Tonbändern Ordnung zu halten, war nicht wirklich so mein Ding

Ich stimme mit Dir überein, dass es toll ist, was man heutzutage mit einer 1000-Euro-Videokamera (oder sogar noch preiswerter) und einem Computer so alles machen kann. Man sieht ja auf den diversen Videoportalen, was da auf einmal alles möglich ist. Für's Studium ist das meiner Ansicht nach trotzdem nichts. Wir hatten für unsere Shootings immer nur eine sehr begrenzte Menge an film stock. Das hat wirklich den Vorteil, dass man sich vorher ganz genau überlegen musss, was man drehen will, und wie man es drehen will. Auch der Schnitt am Steenbeck hat einen diesbezüglich sehr diszipliniert, da man es sich vorher zweimal überlegt hat, ob die Idee wirklich gut sein könnte. Mit Video dreht man halt soviel man will und schaut dann, was man damit anfangen kann. Das ist zumindest eine reale Gefahr.
Aber zurück zum Ton. Da sehe ich nämlich auch ein großes Potential für Papiertheateraufführungen. Wenn man sich heutigen Filmton einmal ganz bewußt anhört, stellt man fest, dass das schon etwas von moderner Musik haben kann. Ich bewundere es, wie da auf subtile Art und Weise die Wirkung des Bildes unterstützt werden kann. Was hältst Du davon, einen Strang aufzumachen, in dem man einmal Beispiele von Filmton auf ihre Anwendbarkeit im Papiertheater abklopft?