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Workshop in Schulen. Welche Erfahrungen habt ihr?
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Nachricht |
Robert Jährig
Administrator
    
Beiträge: 1.395
Registriert seit: Nov 2010
Bewertung 2
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Workshop in Schulen. Welche Erfahrungen habt ihr?
An den einen, oder anderen, wurde sicher der Wunsch schon herangetragen, ob man nicht im Rahmen eines Schulprojektes, mit Schülern, einen Workshop zum Thema Papiertheater machen könnte. Nun ist es ja nicht ganz so, dass ich dabei über keine Erfahrungen verfüge, diese beschränken sich aber bei mir auf einen Workshop mit Kurkindern, der einen therapeutischen Ansatz hatte.
Nun wurde an mich die Bitte herangetragen einen Workshop mit einer 5 Klasse in der Schule zu machen.
Meine Frage an euch ist nun;
- Welche Erfahrungen habt ihr mit solchen Workshops schon gemacht?
- Worauf sollte man achten und was sollte man beachten?
- Wie sollte man diesen aufbauen bzw. strukturieren?
- Was empfehlt ihr an Materialien?
- Welche Tips könnt ihr geben?
- Wie habt ihr die Pädagogen mit einbezogen?
Ich stelle diese Fragen deshalb, weil ich denke, daß so ein Wunsch früher oder später auch an andere von uns herangetragen wird. Es dürfte daher auch für andere von Interesse sein.
Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.
Max Reinhardt
www.papiertheater-heringsdorf.de
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| 15.08.2011 17:24 |
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die amelie
Nicht registiert
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RE: Workshop in Schulen. Welche Erfahrungen habt ihr?
Was die Schul-Seite betrifft, kann ich dir als Werklehrerin für 10- bis 14-jährige gerne Fragen zu strukturellen Dingen oder bezüglich Unterrichts-Organisation und Rahmenbedingungen geben, lieber Robert.
Für die konkrete Thematik eines Papiertheater-Workshops sind hier einige andere geeignete Ansprechpartner vorhanden. Damit hab ich so jetzt noch keine Erfahrungen gemacht, da ich zwar in meinem Unterricht manchmal Schattentheater mit beweglichen Figuren gebaut habe mit den SchülerInnen, aber noch nie derart kleinteiliges und aufwändiges wie Papiertheater.
Wichtig sind Rahmenfaktoren wie
-wieviele Zeiteinheiten stehen zur Verfügung?
-wieviele SchülerInnen?
-wie soll das Ergebnis aussehen, damit es zufriedenstellend ausfällt?
-was sollte - basierend auf den anderen Faktoren - bereits vorgefertigt sein?
-wie genau können SchülerInnen dieser Altersstufe arbeiten und wie eigenständig und wie effektiv?
-wie groß sollten die einzelnen Teams sein, damit kein Stau entsteht?
all solche Dinge. Da am besten die Lehrerin ganz konkret dazu fragen. Jeder Lehrer hat da seine ganz eigene Dynamik.
Jedenfalls sind 10-jährige noch reichlich grobmotorisch unterwegs. Und langsam. Und wenig selbstorganisiert. Je konkreter also die Arbeitsanweisungen und Vorgaben, umso besser. (Und umso mehr fühlen die sich auch sicher und wohl).
Genaueres kann ich natürlich nicht sagen, da ich nicht weiß, wie das von dir vorgestellte aussehen soll. Ulrich ist da sehr erfahren. Aber ich bin mir sicher, er wird sich hier ohnehin melden, wie ich ihn kenne.
Gutes Gelingen!!!
die amelie
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| 15.08.2011 18:28 |
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Ulrich Chmel
ulrichderkulissenschieber
    
Beiträge: 368
Registriert seit: Oct 2010
Bewertung 2
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RE: Workshop in Schulen. Welche Erfahrungen habt ihr?
Lieber Robert!
Vor vielen Jahren wurde ich mit der Idee, mit Kindern zu arbeiten, in Preetz konfrontiert. Dort wurden die Kinder zum vollkommen freien gestalten eines Themas - ich glaube es hieß UNTER WASSER - inspiriert. Viele Jahre später konnte ich bei einem Gespräch eine mir gut bekannte Volksschullehrerin von der Idee begeistern. Die hatte für eine 4. Klasse Volksschule die Idee, den Kindern im Lauf des Schuljahres viele verschiedene Theaterformen zu zeigen. Eine davon war Papiertheater.
So war die erste wichtigste Voraussetzung gewonnen: Die Lehrerin war von der Sache überzeugt und begeistert und hat dies an die Kinder schon im Vorfeld weitergegeben.
Ein anderer Lehrer hat mir im Gespräch zu diesem Thema empfohlen, die Kinder nict mit Ihrer Fantasie ganz allein zu lassen, sondern ihnen schon etwas "Material" an die Hand zu geben.
So habe ich ein ganz einfaches Proszenium und ganz einfache Figuren und Dekorationen (Hänsel und Gretel) gezeichnet. Diese haben solch einfache Umrisse, dass sie auch 5 Jährige ausschneiden können (erprobt!) Damit ist ein nächste wichtige Voraussetzung geschaffen: Die Kinder sind in der meist geringen Zeit von etwa 3 Stunden nicht überfordert und gelangen eigentlich alle zu einem guten Ergebnis. Und - jedes Kind kann seine eigene Bühne mit nach Hause nehmen!
Ein Schuhkarton (geklebet und nicht gefaltet), den ich schon im Vorfeld mit dem Messer entsprechend vorbeirete (damit es zu keinen Unfällen kommt) ein paar Schaschlikspießchen (f.d. Figurenführer), ein paar Kinderscheren und etwas Klebstoff reichen dann aus, um mit den Kindern zu arbeiten.
Wenn die Lehrkraft unterstützend mitarbeitet ist es jedesmal ein voller Erfolg, auch bei 25 Kindern! Nachher brauche ich alerdings etwas Erholung.
Zum Beginn spiele ich den Kindern die Geschichte voll improvisierend vor. Nach Fertigstellung des Theaterchens und der Figuren lese ich das Märchen vor und dann melden sich Freiwillige zum Spielen. Dabei achte ich immer darauf zwei Spieler zu gewinnen (die brauchen etwas Mut) einen Vorhangheber und Ansager (das geht schon leichter) und ein Kind für das Orchster (irgend eineinfaches Musikinstrument oder ein kleines Spielwerk zu Kurbeln). Dann lade ich die anderen Kinder zum Singen des Liedes HÄNSEL UND GRETEL ein und helfe den Spielern beim Führen der Figuren und ermuntere Sie und helfe Ihnen beim Sprechen eines freien Textes.
Ich habe diese Form des Workshops nun schon wirklich sehr oft erprobt, wobei das geringste Alter etwa 5 Jahre und das höchste Alter etwa 75 Jahre war. Überschreite nie die 3 Stunden-Grenze und begebe Dich auf Augenhöhe mit den Teilnehmern. Die ältesten Kinder waren 11. Danach wird's, glaube ich, eine Zeit lang uncool.
Viel Erfolg wünsche ich Dir vom Herzen
Dein Ulrich
Ulrich Chmel
Ulrich Chmel's Papiertheater - Wien
ulrich.chmel@papiertheater.at
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| 17.08.2011 16:44 |
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die amelie
Nicht registiert
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RE: Workshop in Schulen. Welche Erfahrungen habt ihr?
(17.08.2011 16:44)Ulrich Chmel schrieb: Die ältesten Kinder waren 11. Danach wird's, glaube ich, eine Zeit lang uncool.
Jo, man! ![[Bild: smilie_girl_020.gif]](http://www.smilies.4-user.de/include/Girls/smilie_girl_020.gif) *kicher
Das wird's.
Außer man siedelt das Ganze thematisch im Comic-Genre-Sektor an. Oder Manga-Style-mäßig. Und natürlich mit gaaanz viel Äktschn.
Dann geht das auch in der "kritische Phase", in der man eben von allem, was auch nur irgendwie den Hauch von "kindisch-sein" hat, weit weit weg gesehen werden möchte.
Total spannend, deine Ausführungen zu lesen, lieber Ulrich! Danke!
die amelie
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| 17.08.2011 21:22 |
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Robert Jährig
Administrator
    
Beiträge: 1.395
Registriert seit: Nov 2010
Bewertung 2
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RE: Workshop in Schulen. Welche Erfahrungen habt ihr?
Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.
Max Reinhardt
www.papiertheater-heringsdorf.de
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| 20.12.2011 03:22 |
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