Papiertheater-Forum

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pappcartoon

Ich denke, ich werde nächsten Donnerstag tatsächlich mal die "Großmutter-Perspektive" ausprobieren. Jetzt muß ich die alte Dame in ihrem Schaukelstuhl nur noch zum Schaukeln bringen - und mir eine spezielle Sprache aneignen, damit (in Verbindung mit dem schaukelnden Stuhl, immer wenn die Großmutter spricht) jeder im Publikum merkt, wenn sie aus dem Märchenbuch vorliest.

Das Plakat dafür ist schon recht nett geworden:

[attachment=430]
... und jedes Kind im Publikum bekommt zum Andenken von Frau Holle eine glitzernde Schneeflocke geschenkt.
Nettes Idee, Schneeflocke.
Als wir bei uns damals Der Nussknacker spielten hatten wir selbstgebasltelte Nussknacker (Papiertuben) gefüllt mit Suckerwaren für die Gäste.
Heute habe ich wieder eine kleine Vorstellung gehabt. Es war die erste Aufführung des Kalif Storch nach Overbeck. Zum ersten Mal vor "ausverkauftem" Haus. Es waren 36 Zuschauer (Erwachsene und Kinder). BlushExclamation Das Stück ist bei den Zuschauern sehr gut angekommen. Ich bin zufrieden.
Herzlichen GlückwunschSmile Ich finde es wirklich bewundernswert, mit wie viel Enthusiasmus und Perfektionismus und damit sich auch zwangsläufig einstellendem Erfolg Du Papiertheater bei Euch da oben bekannt machst. Chapeau! Wenn Du mit diesem Tempo und dieser Energie weitermachst, wird dieses großartige Medium bei Euch schon bald wieder so verbreitet sein wie in der Blütezeit des PapiertheatersSmile
Oje, das wäre dann aber sehr wenig. Es soll hier nicht so verbreitet gewesen sein. Wäre aber mal ein interessantes Thema für eine Studie. Wie verbreitet war das Papiertheater in den einzelnen Regionen und welche Firmen wurden bevorzugt. In Rostock steht ein Scholztheater (Proszenium Nr5) und der Rest der ausgestellten Dekorationen ist ebenfalls von Scholz. Bei dem in Stralsund ausgestellten, handelt es sich um das Proszenium des 401/402 von Schreiber welches vergrößert wurde und die Dekorationen stammen überwiegend von G Kühn, Riemenschneider und Schreiber.
Schauen wir uns das mal aus einem anderen Blickwinkel an. Woher das Theater in Rostock stammt weiss ich nicht, aber das im Stralsunder Museum ist aus Anklam. Anklam war im 19 ten Jahrhundert eine Preussische Garnisonsstadt an der Bahnlinie Berlin Stralsund. Bezug von Neuruppiner bzw Berliner Bilderbogen kann man herstellen, da diese bei diesem Theater hauptsächlich vorkommen. Aber was ist mit anderen Städten hier. Nehmen wir Greifswald eine Universitätsstadt mit einer kleinen Garnison und einem Theater. Anders als Anklam im 2. Weltkrieg unzerstört. Hier gibt es nicht ein einziges Papiertheater im Museum. Auch hat das dortige Museum keines in seinem Fundus. Wolgast ebenfalls unzerstört im Krieg, auch hier ist keins je aufgetaucht. Stralsund, eine wohlhabende Hafenstadt mit Theater, im Krieg teilweise zerstört, Bürgerliche Wohnviertel sind nicht getroffen worden, kein Papiertheater bekannt, nur das im Museum und das stammt aus Anklam.Bergen auf Rügen, im Krieg nicht zerstört, kein Papiertheater bekannt. Die Residenzstadt Putbus auf Rügen mit einem Theater, im Krieg nicht zerstört, kein Papiertheater bekannt. Tja und das war es auch schon mit Vorpommern. Da ich in zwei der oben genannten Städte, in einer bin ich aufgewachsen, Antikhändler kenne, die auch zu Haushaltsauflösungen gerufen werden und selbe denen seit 1990 nie ein solches Papiertheater angeboten worden ist, muss man wohl davon ausgehen, dass entweder kein Papiertheater auf einem Speicher überlebt hat, oder solche hier nicht so bekannt oder populär waren. Auch auf Flohmärkten hier waren bisher Papiertheater nicht angeboten worden. Daher gehe ich mal davon aus, dass Papiertheater hier nur wenigen bekannt gewesen sind.
(09.12.2012 01:23)Robert J schrieb: [ -> ][...]Daher gehe ich mal davon aus, dass Papiertheater hier nur wenigen bekannt gewesen sind.

Das macht ja Deinen Erfolg dort sogar nochmals größer, wenn da nicht mal mehr etwas vorhanden ist, was sich wenigstens reaktivieren ließe Big Grin

(09.12.2012 01:23)Robert J schrieb: [ -> ]Da ich in zwei der oben genannten Städte, in einer bin ich aufgewachsen, Antikhändler kenne, die auch zu Haushaltsauflösungen gerufen werden und selbe denen seit 1990 nie ein solches Papiertheater angeboten worden ist, muss man wohl davon ausgehen, dass entweder kein Papiertheater auf einem Speicher überlebt hat, oder solche hier nicht so bekannt oder populär waren.

Die könnten auch einfach weggeschmissen worden sein. Da müssten erst historische Vorstudien unternommen werden, inwiefern die dortige Bevölkerung dazu neigte, Dinge, die nicht mehr gebraucht wurden, eher wegzuwerfen oder doch lieber aufzubewahren.Wink

Aber mal Spaß beiseite, Deine Überlegungen zu so einer Studie finde ich schon ziemlich spannend. Vielen Dank jedenfalls für diesen schönen historischen Überblick, den ich mit Genuss gelesen habe. Ich hoffe, dass da noch mehr kommt, nachdem Du mich jetzt doch ziemlich neugierig gemacht hast. Vor allem, dass es da eine Häufung von Papiertheatern ausgerechnet in einer Garnisonsstadt gab und in einer Universitätsstadt hingegen keine Spuren auffindbar sind. Gibt es eigentlich schon ausführlichere soziologische Studien zum Thema 'Papiertheater' im Allgemeinen?
Du sollst nicht Glauben, was Du hier alles auf den Speichern noch finden konntest. Die meisten hier hatten das Motto, aufheben, es könnte nochmal gebraucht werden. Aber wie schon ausgeführt, Papiertheater gehörten nicht dazu.

Na von Häufung würde ich bei einem Theater nicht gerade sprechen. Das Anklammer Papiertheater wurde von einem einfachen Schneider gebaut. Es ist sehr groß, stabil ausgeführt und besitzt Vorrichtungen zum Transport. Durch eine sehr spezielle Vorrichtung zur Figurenführung, wurden die Figurinen geschont, auch bei häufig Einsatz. Übrigens Anklam hatte kein eigenes Theater im 19. Jahrhundert. Es gab aber Aufführungen von fahrenden Schauspieltruppen. Wer also ins Theater gehen wollte, musste dazu nach Greifswald fahren. Was das Anklamer Papertheater so besonders macht, ist die Tatsache, dass es sich um ein Papiertheater handelt was nicht in einem Salon beheimatet war sondern in einer Arbeiterunterkunft.

Soziologische Studien sind mir zum Thema Papiertheater noch nicht bekannt.
(09.12.2012 14:27)Robert J schrieb: [ -> ]Na von Häufung würde ich bei einem Theater nicht gerade sprechen.
Wenn man das mit einem statistischen Diagramm darstellt, kann das bei geschickter Wahl der Koordinaten schon nach einer gigantischen Anhäufung aussehenWink
(09.12.2012 14:27)Robert J schrieb: [ -> ]Was das Anklamer Papertheater so besonders macht, ist die Tatsache, dass es sich um ein Papiertheater handelt was nicht in einem Salon beheimatet war sondern in einer Arbeiterunterkunft.

Sind Aufführungen überliefert? Wenn ja, vor welchem Publikum und bei welchen Gelegenheiten? Den Weg zu einer größeren Verbreitung des Papiertheaters in dieser Region scheint er ja leider nicht gebahnt zu haben. Woran lag's? Ich finde die Geschichte dieses Theaters wirklich spannend. Siehst Du da überhaupt eine Chance, dass sich da belastbare Erkenntnisse herausfinden lassen?
Überliefert sind Aufführungen in dem Wohnviertel. Eine Dame von 86 Jahren, die leider in diesem Jahr verstorben ist, konnte sich noch an eine Vorstellung mit dem Theater in ihrer Kindheit erinnern. Sie hat 2 Häuser weiter von dem Schneider gewohnt. Leider habe ich sie nicht näher dazu befragt. Das hing aber mit meinem Ärger über die Nichtveröffentlichung des Artikels zu dem Theater zusammen, nur weil der woanders gekürzt schon gestanden hatte. In dem Viertel haben nur Arbeiter und kleine Handwerker gewohnt. Im Krieg ist das Viertel ein Opfer bei einem Bombenangriff geworden, der den Arado Flugzeugwerken galt. Als ich im Stralsunder Museum das nicht ausgestellte Zubehör sehen konnte, war da teilweise noch Staub vom Schutt drauf.
(09.12.2012 16:27)Robert J schrieb: [ -> ]Leider habe ich sie nicht näher dazu befragt. Das hing aber mit meinem Ärger über die Nichtveröffentlichung des Artikels zu dem Theater zusammen, nur weil der woanders gekürzt schon gestanden hatte.

Ich kann Deinen Ärger diesbezüglich zwar verstehen, fände es aber wirklich traurig, wenn man diese wundervolle Geschichte eines Theaters dann gar nicht mehr zu lesen bekäme. Da wird Papiertheatergeschichte wirklich an einzelnen Personen (bzw. einer Hauptperson) fassbar. Das ist für mich wesentlich spannender als allgemeine geschichtliche Überblicke etc. Was spricht dagegen, es auf Deiner eigenen Website zu veröffentlichen?
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