Das interessiert mich jetzt aber gewaltig Ulrich. Warum sind bei den Tableaus nach Deiner Meinung die Unbaupausen länger und nicht kürzer wenn ich das komplette Bühnenbild auf die Bühne schiebe. Bei meiner Versuchsbühne, bei der ich so etwas ausprobiere, war der Wechsel innerhalb von 20 sec abgeschlossen, mit dem gesamten Bühnenbild und das spiel konnte weitergehen. Da hatte bei mir der Wechsel mit Schnürboden mit 34 sec länger gedauert, da die Setztücke ja auch noch aufgestellt werden mussten. Auch Dein Einwurf, der impliziert, man könne nur bei einem Schnürboden auch mit offener Bühne umbauen, ist so nicht richtig. Bei den Tableaus ist dies genauso möglich und erinnert sogar etwas an eine Drehbühne, bei der ja bekanntlich auch das gesamte Bühnenbild gewechselt wird. In einem Punkt, Leiber Ulrich, gebe ich Dir allerdings recht, man braucht definitiv mehr Platz hinter der Bühne und nach Möglichkeit einen Assistenten (dieser ist aber optional und nicht zwingend) der sich um die Tableaus kümmert. Bei einem Test mit zwei Leuten hat sich übrigens die Umbaupause fast noch halbiert, da nur ein Arbeitsgang für jeden übrig geblieben ist. Der erste nimmt das Tableau aus der Bühne und stellt es beiseite, der zweite nimmt das bereitgestellte Tableau und schiebt es zur gleichen Zeit auf die Bühne. Dann folgen nur noch Szenenlicht und Figuren, fertig der Lappen kann hochgezogen werden. Laut Stoppuhr 11,5 sec. getestet am 2.1. dieses Jahres, in Vorbereitung eines neuen Stückes.
Ich erinnere mich das damals in Preetz, Jens und Pauline Schröder die "Reise um die Welt" gespielt haben und alle Szenenwechsel bei offener Vorhang, aber das Licht auf Rot, gemacht haben.
Das waren auch Tableaus.
Geht sehr gut wenn man sich an das Signal (rotes Bühnenlicht) gewöhnt hat.
Lieber Robert, ich gebe zu, erst bei einem Tableau-Spieler zugesehen zu haben. Der hat allerdings auch allein gespielt! 11,5 sec. sind natürlich absoluter Weltrekord. Ich rechne mit einem Zwischenspiel - also der KLAVIERMUSIK zwischen zwei Bildern - von ca. 60 bis 70 sec. Selbstverständlich gebe ich Dir auch recht, daß ein offener Umbau auch mit Tableaus möglich sein muß. Ich bin halt mit meiner Bühne "aufgewachsen" und freue mich halt über "meine Entwicklung". Aber wie gesagt, es gibt bei allen Systemen Vor- und Nachteile. Wichtig ist der Aufbau einer schönen Illussion für die Zuschauer, egal wie die stande gebracht wird.
(04.01.2014 17:32)Ulrich Chmel schrieb: [ -> ]Wichtig ist der Aufbau einer schönen Illussion für die Zuschauer, egal wie die stande gebracht wird.
Diesem Satz kann ich allerdings vorbehaltlos zustimmen.
Ich werde demnächst unsere neue Reisebühne hier mit Fotos dokumentieren, die sich sowohl mit Zügen als auch durch Einschieben der Kulissen von der Seite bespielen lässt.
Wie geschrieben, dass war ein Test um zu sehen wie schnell man sein kann, mit Tableaus. Dazu muss man gestehen, es waren Idealbedingungen. Alles stand griffbereit und jeder wusste was er zutun hat. Für mich persönlich war es jedenfalls ein Test der mir, da ich ja auch hauptsächlich allein spiele, eine gute Erkenntnis gab, die mir hilft Zeit beim Umbau zu sparen. Damit habe ich jetzt für mich erst einmal die beste Lösung gefunden.
Ich versuche gerade die Quadratur des Kreises und es sieht sogar so aus, als ob das auch gelingen wird, zumindest im CAD klappt alles, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: meine neue Reisebühne wird komplett klappbar und steckbar sein, keine Schrauben mehr. Zusammengeklappt bildet sie außerdem ihre eigene Transportkiste (95 x 73 x 30). Es gibt einen Schnürboden mit seitlichen Führungen, die Kulissen lassen sich aber auch seitlich einschieben. Der Clou wird aber die barockartige Kulissenwagenanlage. Dreht man an einer Kurbel werden alle Seitenkulissen synchron "ausgetauscht". Damit kann man herrliche und sehr schnelle Verwandlungen zeigen. Sogar eine komplette Wolkenmaschinerie ist vorgesehen. Teile der Beleuchtung und die Soundanlage sind fest montiert. Dazu gibt es noch Säulenversenkungen und ein ebenfalls integriertes Untergestell. Somit brauche ich noch nicht mal mehr einen Tisch. Lediglich Kulissen und Figuren werden getrennt transportiert.
Jetzt muss ich das Teil nur noch bauen. :-)
Pläne gibt's dann in den nächsten Tagen.
Mit der Ankündigung der Veröffentlichung Deiner Pläne dürfte Dir der Cliffhanger des Tages gelungen sein

Ich bin jedenfalls ziemlich begeistert von Deiner Beschreibung. Eine Bühne ohne Schrauben, die auch noch ihre eigene Box ist, klingt nach etwas, was meiner Vorstellung von Paradies schon ziemlich nahekommt...
Bin ich sehr darauf gespannt.
(04.01.2014 19:38)Winnie schrieb: [ -> ]Teile der Beleuchtung und die Soundanlage sind fest montiert. Dazu gibt es noch Säulenversenkungen und ein ebenfalls integriertes Untergestell. Somit brauche ich noch nicht mal mehr einen Tisch. .
Darauf bin ich auch gespannt. Vor allem auf das faltbare Untergestell, an dem ich mir bisher etwas den Kopf zerbreche. Entweder zu spillerig oder zu monströs.
Lieber Ulrich, unseren Holländer spielen wir auch mit Tableaus. Da mit klappt der Umbau ruckzuck, ein wenig Musik, ein gedimmtes Licht und schon geht es (fast) nahtlos weiter im Spiel.
Ich bewundere ohnehin alle, die allein spielen. Ich finde es recht anstrengend alle Seitenkulissen, Schlussprospekte und Figurinen zeitgerecht, ruhig und wie von selbst, in das Geschehen einzubringen.
Bisher sind es lediglich die kleinen Stücke, die ich allein spiele. Bei längeren Aufführungen stelle ich es mir sehr schwierig vor. Darum bin ich auch auf Winnies Bühne ordentlich gespannt
Brigitte
So, Winnie. Aus der Nummer kommst Du jetzt nicht mehr raus.

Du wirst wohl oder übel selbst Baupläne veröffentlichen müssen.
