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Kamishibai versus Papiertheater
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Harry Oudekerk Offline
Spieler
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Beitrag: #11
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Mein Gott wenn ich das hier selbst zurück lese erröte ich.
Ich hebe wirklich keine Dyslexie, wirklich nicht, nein echt nicht.

Harry
23.04.2012 13:18
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pappcartoon
Nicht registiert

 
Beitrag: #12
Kamishibai versus Papiertheater
Lieber Harry,

für einen Nicht-Muttersprachler ist das doch okay!

Gibt es wirklich Veranstaltungen, bei denen vorgegeben wird, daß man nicht hinter einem Vorhang spielen darf?

Sad
23.04.2012 21:56
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Harry Oudekerk Offline
Spieler
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Beiträge: 1.223
Registriert seit: Oct 2010
Bewertung 3
Beitrag: #13
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Es gab einmal das man der Meinung war, man sollte nicht hinter einem Vorhang spielen.
Und es gab Leute die es mehr oder weniger feige fanden das wir uns hinter den roten Lappen
Versteckten.
Aber, das war einmal.

Damals auch wurde von Klaus Beelte's Max und Moritz gesagt es gehörte eigentlich nicht das er ein Projektiertes Bild im Hintergrund hatte.

Jetzt aber denke ich, Tonband, Videobilder, alles was es so an modernen Techniken gibt soll man benützen in so weit sie helfen die Geschichte zu erzählen und gerade das Effekt beim Publikum zu erreichen was man sich hat vor gestellt.

Peter Baldwin spielte eins ein wunderschönes Stück "Into the Pirates Lair" oder so etwas.
Da wurde ein Schuss abgebildet als eine Papierwolke mit darauf etwas wie "Bang".
Beim Familie Journal gibt es ein Stück wo auf diese Art ein Seeschlacht statt findet.
Futter für Puristen.

Deswegen eben habe ich Angst für eine Definition von Papiertheater.
Jeder soll es für sich ausmachen wie weit er geht.

Das Publikum hat am Ende das letzte Wort.

Wenn Kamishibai gut gemacht wird (habe ich noch nie gesehen) wird das Publikum seine Freude daran haben und dann macht es nicht aus wie es genannt wird.

Dasselbe gilt fürs Schattentheater. Daran fehlt alles was so schön ist an Papiertheater. Es sei die Figuren sind (meistens) flach. Aber in 2009 hatten wir bei unserem Treffen Ingeborg Kruspel aus Wien und sie spielte so wunderschön, da war jeder es mit einig sie gehörten zum Treffen.

Letztes Jahr hatten wir sogar "The Ice Book" eine show wo 3-dimensionale Dekorationen aus weissem Papier vor eine Art Projektor standen womit lebende Bilder projektiert wurden.
Hier gibt es ein video.
http://vimeo.com/davyandkristinmcguire

Es war einfach wunderschön. Ob es auch wirklich Papiertheater war? (who cares?)

Harry
23.04.2012 23:34
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pappcartoon
Nicht registiert

 
Beitrag: #14
Kamishibai versus Papiertheater
(23.04.2012 23:34)Harry Oudekerk schrieb:  ... Es war einfach wunderschön. Ob es auch wirklich Papiertheater war? (who cares?)

Harry

Genau DARUM geht es: egal, wie es heißt oder was es ist (Papiertheater, Papier-mit-Holz-Theater, Papiertheater mit 3D-Effekten) - so lange es den Publikum gefällt und so lange der Theaterdirektor selbst Freude daran hat, ist doch alles in Ordnung!

Ich habe erst seit letztem Sommer einen Vorhang (er ist blau) und ich liebe ihn: ich kann wesentlich besser spielen, wenn ich mich dahinter verstecken kann.

Wenn ich mir keine Gedanken darüber zu machen brauche, wie rot mein Kopf bei der ganzen Anstrengung ist und was ich für wilde Grimassen schneide, während ich den bösen Wolf spiele etc., kann ich wesentlich FREIER spielen.

Und glaubt mir: das Publikum hört den Unterschied.

(Ohne Vorhang spiele ich nur noch bei ganz kleinen Kindern, denn Vierjährigen ist die Sache oft noch nicht so ganz geheuer.)
24.04.2012 06:59
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Harry Oudekerk Offline
Spieler
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Beiträge: 1.223
Registriert seit: Oct 2010
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Beitrag: #15
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Na, wir spielen hinter einem Vorhang eben weil wir glauben das das Publikum sich auf das Stück soll konzentrieren.
Die Spieler sind, glauben wir, dabei störend.
Wenn man im Dunkel spielt und es gibt nur die Bühnen Öffnung mit schönem licht, dann fallen Referenzen weg und scheint die Bühne grösser zu werden.

Gerade (aber umgekehrt) wie im Kino, eben weil die Referenzen weggefallen sind acceptiert man die Riesengrösse der Leinwand Figuren. Wen dann auf einmal einer vor das Bild tritt wirkt das besonders verfremdend weil er dann so klein ist.

Harry
24.04.2012 11:56
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Ulrich Chmel Offline
ulrichderkulissenschieber
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Beiträge: 368
Registriert seit: Oct 2010
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Beitrag: #16
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Ich meine auch, dass das auf der Seite ausfallende Bühnenlicht, die technischen Einrichtungen, der schwitzende Spieler, ein zu großes Maß an Ablenkung darstellt. Ich halte es auch mit der Sogwirkung der dafür konstruierten Guckkastenbühne.
Ulrich

Ulrich Chmel
Ulrich Chmel's Papiertheater - Wien
ulrich.chmel@papiertheater.at
25.04.2012 10:07
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Harry Oudekerk Offline
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Beiträge: 1.223
Registriert seit: Oct 2010
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Beitrag: #17
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Sogwirkung!
Danke Ulrich mal wieder ein schönes Wort gelernt.

Sogwirkung

Harry
25.04.2012 14:37
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Brigitte L. Offline
Spielerin
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Beiträge: 580
Registriert seit: May 2011
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Beitrag: #18
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Zitat:Klaus hat geschrieben:
Eine weitere Frage wird sein: "Wo hört Papiertheater auf?" Ist es wirklich noch Papiertheater, wenn der Akteur das Papier bzw. die Bühne mit papiernen Figuren und Kulissen nutzt, um sich primär selbst darzustellen? Nicht nur erklärend oder prologdarstellend, sondern als Clouwn, als Sänger, als Mime und sich gegebenenfalls entkleident über oder neben der Bühne ins Geschehen aktiv eingreift und dies bestimmt?


Für mich persönlich ist es egal, ob ich den Spieler sehe oder nicht. Hauptsache das Theaterspiel steht im Focus und nicht der Spieler selbst.

Das Video, das Harry eingestellt hat gefällt mir sehr. Es ist kein typisches Papiertheater, dafür sind zu häufig Personen zugegen. Eine tolle Lichtshow und sehr künstlerisch.
Doch ist für mich keine Geschichte erkennbar. Das mag auch an der Kürze des Videos liegen.
Ist das nun Papiertheater oder nicht, es wird ja mit Papier gearbeitet, aber nicht nur. Die Definition ist schwierig, aber spannend.

Theater in einer erzählenden Form, mit Dialogen die nachvollziehbar sind, wird nur noch selten gespielt. Häufig noch in Kommödien. Viele Stück sind experimentiell. Die Aussage liegt in den einzelnen Sequenzen und muss vom Zuschauer erahnt werden. Eine durchgängige Geschichte wird oft nicht mal mehr in den alten Klassikern gespielt, sondern bereits auseinandergezerrt und auf völlig neue Weise dargeboten. Was will mir der Regisseur sagen?

Dies ist bislang beim Papiertheater anders. Die Figur, die erscheint, ist auch die, die sie vorgibt zu sein. Die Aufführungen haben Wiedererkennungswert. In ihrer Kleinheit vermitteln sie dem Zuschauer eine heile Welt. Der Spieler selbst steht nicht im Mittelpunkt, ist bei der Aufführung völlig unwichtig.

In der Papiertheaterzeitung ist eine Serie ins Leben gerufen worden, in der Spieler erzählen, wie sie zum Papiertheater gekommen sind.
Eine richtig spannende Sache. Ich wünsche mir, dass jemand auch einmal beschreibt, [i]warum Papiertheaterspietl und nicht eine andere Form des Theaters. (Schatten, Lichtshow, Kamishibai)

Liebe Grüße, Brigitte
25.04.2012 17:28
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Harry Oudekerk Offline
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Beitrag: #19
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Brigitte,
das Video war von diesen Leuten selbst und gibt nur eine kurze Impression vom Ganzen.
Die wirkliche Geschichte war viel länger (ungefähr 30 minuten) und sehr nett.

Harry
25.04.2012 17:39
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Robert Jährig Offline
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Beitrag: #20
RE: Kamishibai versus Papiertheater
Aus "Wir erzählen Geschichten mit dem Kamishibai"

"Das japanische Papiertheater bietet den passenden Rahmen für die vier Kriterien nach Bartnitzky.
In Japan hat das Erzählen zu Bildern mit dem Kamishibai eine lange Tradition. „Kami“ bedeutet Papier und „shibai“ wird mit dem Begriff Drama übersetzt.
Das Papiertheater war zwischen 1920 und 1950 (Einführung des Fernsehens) in Japan sehr beliebt und verbreitet. Der Kamishibai – Mann reiste mit seinem Fahrrad und vielen Geschichten von Dorf zu Dorf. Der Geschichtenerzähler hörte gewöhnlich bei einer spannenden Stelle auf zu erzählen, damit auch beim nächsten Besuch im Dorf zahlreiche Zuhörer kamen.
In den letzten Jahren wurde das japanische Papiertheater nicht nur in Japan, sondern auch in Amerika und Europa wiederentdeckt und vielfältig in Kinder-gärten und Schulen für den mündlichen Sprachgebrauch und das freie Erzählen eingesetzt."

Jetzt frage ich mich allerdings, wie kann man etwas wiederentdecken was es so vorher weder in Amerika noch in Europa gegeben hat. Wird hier bewusst die eigene Geschichte und Kultur abgewertet? Nach 25 Jahren Preetz, ist an deutschen Schulen und bei Lehrern das europäische Papiertheater immer noch fast unbekannt, hingegen Kamishibai Bestandteil des Unterrichts an Grundschulen. Woran liegt das? Was läuft da Falsch? Hat unsere eigene Kultur sowenig zu bieten, dass man sie gegen eine andere eintauschen muss? Ich weiss, diese Fragen sind provokativ, aber es sind Fragen die mich beschäftigen und über die man vielleicht auch mal nachdenken und debattieren kann.

Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.
Max Reinhardt

www.papiertheater-heringsdorf.de
14.09.2012 11:59
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